Endlich! Mubarak Rücktritt – er tritt definitiv zurück!

Mubarak zieht anscheinden immer noch die Blütenblätter einer Margerite… ich trete zurück, ich trete nicht zurück, ich trete zurück, ich trete nicht zurück. Schauen wir gespannt auf die letzte Blüte, die er in Sicherheit am roten Meer an seinem Urlaubsplatz zupft. Jetzt  um 21:50 MEZ meldet er sich zu Wort, als Vater der Ägypter wird er alle bestrafen die Blut vergossen haben. Er wird seine Versprechen halten. Er ist überzeugt, dass die Forderungen seines Volkes gerechtfertigt sind. Er will als Präsident der Republik auf die Forderungen eingehen. Er wird nicht auf ausländische Befehle hören. Er wird nicht merh zur Wahl im September antreten, das hat er bereits schon früher erwähnt. Er wird im Amt bleiben, ob es nun passt oder nicht passt. Was werden nun die vielen Menschen machen, die über 17 Tage schon in Massen demonstrieren, dass Mubarak abtreten muss.

Zuvor: Ägyptens Menschen haben sich versammelt, sie schreien in Chören nach Demokratie und Freiheit für ihr Volk. Die Truppen des Millitär sammeln sich in Kairo und der US Präsident gibt sein Statemant darüber in Amerika ab, in der Form, dass er erst mal abwarte. Doch es ist Feierstimmung auf dem Tahrir-Platz um 20:00 Uhr – Hunderttausende feiern in Kairo. Die Nachrichten vom Rückzug des Machthabers lösten riesige Begeisterung aus, wie Bilder im Fersehen zeigen. Die Stimmung freudig und erwartungsvoll. Zugleich befürchten viele Demonstranten, Vizepräsident Omar Suleiman und das Militär könnte die Macht an sich ziehen. Mit Spannung erwarten die Demonstranten nun die Rede von Hosni Mubarak. Nach ZDF-Informationen wird Mubarak erstmals heute um 21 Uhr live im TV sprechen.

Mehr als 100 Millionen Euro verliert Ägypten an Einnahmen. Wer auch immer an die Macht in Kairo kommt, wird grosse Probleme haben, dies alles wieder auf einen Weg der Besserung zu bringen.

Mal ganz ehrlich, diese Ägypter wollen Demokratie und Freiheit wie zum Beispiel Deutschland frei ist, doch haben die wirlich Ahnung, wie es wirklich bei uns aussieht? Wenn man sich die Bilder der Massen in Kairo ansieht, so wäre schon beim Ansatz so einer Massenversammlung alles im Keim erstickt worden. Man denke nur an die friedlichen Demos in jünster Zeit, um ein paar Bäume im Stuttgarter Schlosspark! Da kam schnell eine Schlägertruppe mit Wasserwerfern, Tränengas und Knüppeln, die sogar vor Kindern, Frauen und Rentnern kein Halt machten.

  • Hosni Mubaraks Schicksal ist besiegelt. Aber wird es
    damit getan sein, dass sein Stellvertreter Suleiman auf seinen
    Prunksessel rutscht? Wir Deutschen erinnern uns: Egon Krenz dachte
    einmal, er sei die Lösung. Und dann wurde er als Verlängerung des
    Problems Erich Honecker vom Rad der Geschichte überrollt. In Ägypten
    versucht das Militär gerade, den Kurs des Landes zu bestimmen. Aber
    auch die Generäle verfügen nicht über einen „Masterplan“. Sie steuern
    weniger, als dass sie bremsen. Zeit gewinnen, heißt das Ziel der
    Stunde. Zeit zum Nachdenken, zum Beraten, zum Dialog. Aber lässt sich
    die Dynamik der Revolution noch aufhalten?

    Originaltext: Mitteldeutsche Zeitung

  • Der zunehmend stürmische Wind des Wandels in den
    nordafrikanisch-arabischen De-facto-Diktaturen fegt den nächsten
    Despoten aus dem Sattel. Mit „Pharao“ Husni Mubarak fällt allerdings
    ein deutlich gewichtigerer Repräsentant und Nutznießer der hiesigen
    Machtstrukturen als es Tunesiens Ben Ali war – bedeutender schon der
    schieren Größe seines Landes wegen, aber auch aufgrund der stabileren
    Verwurzelung seines Herrschaftssystems in den heimischen Eliten,
    allen voran Armee, Geheim- und Sicherheitsdienste. Scheinbar
    stabileren, muss man nun hinzufügen, denn wie in Tunesien hat sich
    das Militär – das auch zu früheren Zeiten in Arabien und Afrika die
    Machthaber machte und stürzte – letztlich gegen das Staatsoberhaupt
    gewandt. Vom Volk vor die Alternative gestellt, seine berechtigten
    Wünsche zu akzeptieren oder sich offen als Unterdrückungsinstrument
    einer herrschenden Clique zu bekennen, wich die Armee der ansonsten
    unvermeidlichen Gewaltorgie aus. Nicht nur, um Loyalitätskonflikte
    mit der Bevölkerung und in den eigenen Reihen zu vermeiden, sondern
    wohl auch, um das eigene Pulver für die anstehende Neuordnung trocken
    zu halten. Aus eben diesem Grunde allerdings ist der Sturz des
    Despoten zwar nicht der geringste, sicherlich aber nur der erste
    Schritt auf dem Weg zu einer wirklichen Demokratisierung Ägyptens –
    und er wird einer der leichtesten gewesen sein. Denn wie wiederum das
    Beispiel Tunesien zeigt, ist es mit dem revolutionären Akt längst
    nicht getan. Für den Aufbau wirklich demokratischer Strukturen jedoch
    mangelt es in Tunesien wie Ägypten, aber auch in allen anderen nun
    hoffnungsvoll auf diese Vorreiter blickenden Nachbarstaaten an nahezu
    allem, was dafür notwendig wäre – vor allem einer organisierten
    Opposition. Dafür gibt es etablierte Eliten, die sich auch in neuen
    Umgebungen einzurichten wissen werden. Gleichwohl steigt nun der
    Druck im islamischen Halbmond um das Mittelmeer weiter. Der Wunsch
    nach Freiheit und besserem Leben ist eben noch ansteckender, wenn
    andere erfolgreich vormachen, wie man ihn einer sich im Inneren
    unangreifbar wähnenden Despotie abtrotzt. Tunis, nun Kairo – dabei
    wird es kaum bleiben.

    Originaltext: Mindener Tageblatt

  • Nach 30 Jahren Alleinherrschaft ist klar: Eine
    funktionierende Demokratie taucht nicht über Nacht aus der Versenkung
    auf. (…) Der nun herrschende Sicherheitsapparat muss den Ägyptern
    beweisen, dass er es mit dem demokratischen Wandel ernst meint. Dazu
    gehört die Aufhebung des verhassten Notstands ebenso wie eine
    glaubhafte Verfassungsreform und die Aussicht auf faire
    Parlamentswahlen. Mit dem Rücktritt Mubaraks hat sich das Land auf
    einen langen und beschwerlichen Weg gemacht. Und niemand weiß, ob es
    ein Happy End geben wird. Doch so ist der Weg zur Freiheit nun mal:
    unberechenbar und verwirrend.

    Originaltext: Stuttgarter Nachrichten

  • Möglicherweise werden wir nie erfahren,
    warum sich Mubarak doch zum Rücktritt durchrang – oder wer ihn mit
    welchen Mitteln dazu trieb. Sicher ist nur, dass sein Schritt nichts
    mit tieferer Einsicht zu tun hat. Denn noch am Abend zuvor hatte der
    ägyptische Präsident bei seiner Ansprache starrsinnig gewirkt. Er
    hatte damit bewiesen, wie erschreckend wenig Ahnung er von der wahren
    Stimmung im Volk hat. Ein Entfremdungs-Dilemma, das irgendwann bei
    allen Herrschern eintritt, die jahrzehntelang selbstherrlich regieren
    und nur geschönte Informationen von ihrem Hofstaat bekommen.

    Zumindest war das gestrige Drehbuch so konzipiert, dass Mubarak
    einen Rest von Würde bewahren konnte. Erst zog er sich in seine
    Sommerresidenz zurück, dann ließ er seinen Rücktritt von seinem
    Stellvertreter verkünden. Somit bleibt ihm die demütigende Flucht ins
    ausländische Exil erspart. Vorläufig zumindest.

    Wichtiger als die Frage nach Mubaraks Motiv ist das Ergebnis:
    Jetzt können wir hoffen, dass weitere blutige Ausschreitungen
    ausbleiben und Ägypten nicht, wie es viele Experten befürchteten, in
    einen Bürgerkrieg schlittert. Das Land hat die Chance, zu einer
    echten Demokratie zu werden. Viel Glück und Erfolg dafür!

    Auf dem Weg dorthin gibt es allerdings hohe Hürden. Die erste
    wichtige Frage ist, was das Militär mit seiner enorm gewachsenen
    Macht anfängt? Die Gefahr, dass sich Generäle an diesen Zustand
    gewöhnen und eine neue Diktatur etablieren, ist angesichts der großen
    Volksnähe der Streikräfte hoffentlich gering. Es gibt auch kaum eine
    Alternative zu einer vorübergehend starken Rolle des Militärs. Denn
    die Menschen müssen sich erst an Demokratie gewöhnen, sich
    informieren, Meinungen bilden, neue Parteien gründen, Kandidaten
    aufstellen und dann eine gute Wahl treffen.

    Bei diesem beschwerlichen Weg kann und muss der Westen
    verständnisvoll helfen. Das haben die Menschen in Ägypten verdient.
    Er muss es aber auch im eigenen Interesse tun: Die gesamte Region ist
    wirtschaftlich und militärisch enorm wichtig, ein Erstarken radikaler
    Islamisten wäre fatal, und die Situation könnte für Israel bedrohlich
    bis unhaltbar werden. Amerika und Europa müssen und werden deshalb
    unterstützend tätig sein. Aber bitte mit Augenmaß und ohne
    Besserwisserei.

    Martin Vogler

    Chefredakteur W. G I R A R D E T KG Westdeutsche Zeitung
    Königsallee 27 40212 Düsseldorf

    Originaltext: Westdeutsche Zeitung

  • yvonne

    Nach neueren Meldungen ist Mubarak mit seiner Familie und einem Hubschrauber fast schon geflüchtet. Das er nicht wusste wie es um sein Volk steht verwundert mich eigentlich gar nicht,auch unsere Politik/-er (vornehmlich Brüssel) scheint das auch nicht zu wissen oder wissen zu wollen. Aber Machtgier machte schon immer blind !

  • nordkrieger

    Hallo und guten Morgen @Allen und Dir , liebe Yvonne!
    Eben sagt der Nachrichtensprecher (WDR2), Mubarak und seine Familie wären in ihrer Ferienresidenz in Sharm El Sheik untergekommen. Wo auch immer die Wahrheit liegt, werden wir eventuell in den nächsten Tagen erfahren. Wie wir alle wissen, ist in vielen Bereichen den Veröffentlichungen der Mainstreammedien nur bedingt zu trauen.

  • yvonne

    grüß dich lieber nordkrieger

    Ich weiß um die Lügen den Mainstreammedien aber diese Meldung hab ich direkt aus Kairo bekommen. Sicher kann auch diese nicht der Wahrheit entsprechen,dennoch war diese Quelle in der Vergangeheit,eigentlich nicht unzuverlässig aber wir werden ja sehen… 😉

    lg und eine schöne kommende Woche für dich (aber auch all den anderen Schreibern aus hier!)

  • nordkrieger

    Tja Yvonne-, Deine Quelle war wohl die wahrere ! Ich lese eben bei ww3blog.de.vu -, daß Mubarak in einer deutschen Privatklinik verstorben sein soll.
    Wird wohl über den weiteren Tagesverlauf in den Mainstreammedien auch gemeldet werden.

    LG

  • yvonne

    Manche sterben wahrlich schnell…..wenn man bedenkt,wollte Mubarak ja noch bis Sep. im Amt bleiben. Ich glaube da wurde ihm (nach-) geholfen 😉

    lg

  • nordkrieger

    @Allen-,
    mit dem plötzlichen Hinschied von Mubarak scheints aber auch nicht weit hergewesen zu sein! Ausser beim ww3blog stand nirgends was davon zu lesen.
    Gruss

  • yvonne

    Lieber nordkrieger,

    auch ich hab nichts in diese Richtung erfahren,ausgenommen bereits vorgenannte. Aber was wissen wir Bettelkinder (betteln um wahre Recherchen..*fg*) schon?! ;-). Ich wünsche dir schöne Tage aber auch allen anderen aus hier.

    lg yvonne