Das Volk der 400 Euro Jobber

Die Zeitungen sind voll mit Stellenanzeigen, allerdings will man nur 400 Euro Jobber einstellen. Oft aber umgehen viele Firmen die Voraussetzungen, die wirklich diesem 400 Euro Job entsprechen. Die Grenze für die sogenannten „Mini-Jobs” liegt bei einem Entgelt von 400 € monatlich. Die zuvor geltende Regelung, nach der die Arbeitszeit unter 15 Wochenstunden liegen musste, ist ersatzlos entfallen. Durch den Wegfall dieser Zeitgrenze ist seit 1. April 2003 ein Nachweis der tatsächlichen Arbeitszeit des Arbeitnehmers nicht mehr erforderlich. Innerhalb der Grundzone bis 400 € werden sämtliche auf das Einkommen zu entrichtenden Steuern und Sozialabgaben durch die vom Arbeitgeber zu zahlende Pauschalabgabe in Höhe von 30 % abgegolten.

Die Pauschalabgabe teilt sich derzeit wie folgt auf :

· 15 % Rentenversicherung mit Aufstockungsoption für Arbeitnehmer
· 13 % Krankenversicherung (statt bisher 10 %)
· 2 % Pauschalsteuer (einschließlich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag)

Bei schwankender Höhe des Arbeitsentgelts und in den Fällen, in denen im Rahmen einer Dauerbeschäftigung saisonbedingt unterschiedliche Arbeitsentgelte erzielt werden, ist für die Beurteilung, ob eine geringfügige Beschäftigung oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorliegt, die Summe aller Verdienste für den Zeitraum von zwölf Monaten ab Einstellungsdatum (z.B. 1. Oktober) maßgeblich. Angenommen, in den Monaten Oktober bis Mai verdient der Arbeitnehmer mit dem Minijob monatlich 600 Euro, in den Monaten Juni bis September jedoch nur 250 Euro: Er kommt dann auf einen durchschnittlichen monatlichen Verdienst von 483,80 € und liegt über der 400 € Grenze. Die Beschäftigung ist daher nicht mehr geringfügig und somit sozialversicherungspflichtig. Bei der Berechnung des Lohnes ist zu beachten, dass bei Tarifbindung der tariflich geschuldete Betrag zugrunde zu legen ist, auch wenn tatsächlich ein geringerer Lohn vereinbart sein sollte. Außerdem sind gegebenenfalls Urlaubs- und Weihnachtsgeld einzubeziehen. Wenn Sie 12 Monatsgehälter à 400 Euro und dazu noch Weihnachtsgeld zahlen, liegen Sie selbstverständlich über dem Schnitt von 400 Euro! Sie müssen für jeden geringfügig Beschäftigten zum Ende des Kalenderjahres eine Jahresmeldung bei der Bundesknappschaft abgeben. Übersteigt das bis dahin gezahlte Gehalt den Durchschnitt von 400 Euro wesentlich, überprüft die Knappschaft Bahn See ( früher: „Bundesknappschaft“), ob es sich nicht doch um eine versicherungspflichtige Beschäftigung handelt. Aufgrund der Tatsache, dass Sonderzahlungen wie beispielsweise Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld Standard sind, gelten aber recht hohe Toleranzgrenzen.

Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer darüber aufklären, dass dieser die Möglichkeit hat, auf die Rentenversicherungsfreiheit zu verzichten und den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung (15 %) auf den allgemeinen Rentenversicherungsbeitrag (2008 = 19,9 %) aufzustocken. Der Arbeitnehmer hat dies seinem Arbeitgeber gegenüber schriftlich zu erklären. Durch diese Aufstockung entstehen vollwertige Pflichtbeiträge, durch die der Arbeitnehmer volle Leistungsansprüche in der Rentenversicherung erwirbt. Der Arbeitgeber zieht den Anteil des Beschäftigten (4,9 %) von dessen Lohn ab und führt ihn zusammen mit der Pauschalabgabe ab. Der Verzicht auf die gesetzlich als Regelfall vorgesehene Rentenversicherungsfreiheit gilt bei mehreren nebeneinander ausgeübten geringfügig entlohnten Beschäftigungen für alle Beschäftigungen.

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  • 400euro

    Mancher wird bald ncoh froh sein, einen 400 Euro Job zu bekommen. Die Billigarbeiter aus Polen werden diese gerne annehmen. Wenn dann aber für einen 400 Euro Job 40 Stunden pro Woche gearbeitet werden muss, dann wird es vielleicht ERNST!

  • yvonne

    Ich nenne diese 400 Euro-Jobs,400 Euro-Zukunfts-Zeitzünderbombe,die zu ticken anfängt. Wehe der Wecker klingelt !!

  • nordkrieger

    Solange das Aufstocken noch geht-, geht hier kein prekär Beschäftigter auf die Strasse. Einzig die Profis von den Arbeitnehmerverbänden (Gewerkschaften )
    legen immer wieder die Hände auf die Wunde-, nur : Genutzt hats bisher nix. Die BRD wir immer mehr zum Billiglohnland……………………..

  • yvonne

    Wenn ich mir so die Edelmetalle ansehe,vorzugweise Gold & Silber,dann müssen wir keine Angst haben vor einem Billiglohnland,sondern nur vom allgemeinen Zusammenbruch.
    LG

  • nordkrieger

    Liebe yvonne-,
    das es noch genug Leute gibt-, die in sichere Wertanlagen flüchten können-, streite ich nicht ab. Um die ging es in meinem Kommentar nicht…..;-)
    LG

  • yvonne

    grüß dich lieber nordkrieger .-),

    Wenn die Menschen aber mal zu spüren bekommen,das auch mit dem Euro nichts mehr zu schaffen ist (monatliche Zahlungen usw.)..dann werden viele erwachen und nur dann ! Denn bis jetzt geht´s den allermeisten doch noch gut. Sagen wir mal relativ gut. Und wenn das mal eintrifft,werden auch die Polen u.a wieder schnell fort sein. Das Problem ansich ist damit nicht gelöst aber das wissen die NWO-Leute auch. Is ja prächtig von ihnen eingefädelt worden. So kann man nämlich Angst und Schrecken verbreiten. Und genau auf das,läuft alles hinaus ! Wer sich aber nicht ängstigt,weil vorinformiert und auch vorgesorgt hatte,der/die werden am besten das Ganze überstehen.
    lg