Land in Grippe

In Deutschland ist die Stimmung dieser Tage nicht so gut. Viele werden nach ihrem Zwangsurlaub in die Kurzarbeit geschickt. Eine Firma nach der anderen meldet Insolvenz an, Banken werden vom Staat einverleibt und die Unruhen rund um die Weltkugel lassen schlimmes befürchten. Zum einen ist es kalt – die Temperaturen sind auf über minus 15 Grad gefallen, laut einer zuverlässigen Quelle meteoro-logischen Wissens – von Kachelmann. Dazu noch der Engpass der Gaslieferer, der immer dann in Kraft

tritt, wenn Leute richtig frieren müssen. Das hat doch gleich mal den Ölpreis wieder steigen lassen und die Bosse der Tankstellen haben auch nicht geschlafen, sondern gleich das Liter Benzin um 10 Cent steigen lassen. Solche Kleinigkeiten werden kaum noch in der Presse erwähnt, weil es viel schlechtere Nachrichten zu berichten gibt. Leider nicht die Nachrichten vom Gaza Streifen, dafür hat man sich wohl geeinigt, dass Nachrichtensperre herrscht. Man hat auch hier wohl vergessen, dass es das Internet gibt, so berichten viele vor Ort darüber, wie man ein Volk niedermetzelt.  Hauptsache die Bild kann über den Einzug in den Urwald berichten, wo einige B-Promis ihr Gesicht verlieren wollen. Sie berichten über Nackte, die Schönen und Reichen, dass es kalt war, weil das Mädchen auf Seite 3 eine Gänsehaut am gesamten nackten Körper hatte. Aber wenigstens berichtet man auch mal von der Grippe. Eine Rekordzahl von 2,4 Millionen Arbeitnehmern hat sich am Mittwoch vergangener Woche in England krank gemeldet – einer von zwölf Arbeitnehmern ist ausgefallen. Diese Grippewelle scheint vom Norden her auch noch auf den Süden Deutschlands überzuschwappen. Spätestens wenn alle zur Kurzarbeit antreten sollen. Da gibt es dann mehr Geld wenn man Krank ist, denn der Lohn wird aus den letzten 6 Wochen errechnet.

Weitere Millionen Menschen sind zuhause geblieben, weil sie keinen Arbeitsplatz hatten, zu dem sie hätten gehen können. Ganz Europa und der Euro sinkt im rasanten Tempo. Den Höhepunkt hat man dann bis März erreicht und bis dahin sollte jeder Nahrung gebunkert haben.

Der Finanzsturm, der Großbritannien im vergangenen Jahr erreicht hat, schickt immer noch Wellen über das Seitendeck der Insel. Große Einzelhändler wie Marks & Spencer sagten, dass sie 1.700 Stellen streichen würden. Und das Unternehmen, das vor 250 Jahren von Josiah Wedgewood gegründet wurde, hat Pleite gemacht. Britische Aktien sind um 40% gefallen. Häuser fallen auch deutlich im Preis. Die Arbeitslosenzahlen steigen.