Sind überall nur Trickbetrüger?

Ein Auswanderer schreibt: Wenn ich schon arbeiten muss, dann will ich es wenigstens für mich tun. Irgend etwas läuft da verdammt falsch mit diesen Steuern, dachte ich mir schon vor vielen Jahren als Lehrling, als sie mir von meinen läppischen 120 Mark auch noch 10 Mark abzogen. Und dafür sollte ich jeden Tag um 6 Uhr früh aufstehen?

Vermutlich sind auch Sie schon mal Opfer irgend eines Kleingauners oder Betrügers geworden. Vielleicht sind
Sie mal im Urlaub auf diese Hütchenspieler reingefallen. Oder Sie haben mal was bestellt, was ganz toll klang und sich hinterher als Schwindel rausstellte.

Auf der Ramblas in Barcelona bin ich vor Jahren mal auf den Taschenspielertrick eines Zigeuners reingefallen.
Der finanzielle Schaden betrug nur ein paar 1000 Peseten. Das konnte ich verschmerzen. Was mich viel mehr
genervt hat, war das Gefühl, ein Idiot zu sein! Wie konnte ich mich nur so dämlich über den Tisch ziehen lassen…

Das gleiche Gefühl hatte ich später, wenn ich im Fernsehen und in den Zeitungen all den Unsinn und die Lügen sah, mit denen mich meine Politiker für dumm verkauften – und wenn ich genau diese Menschen auch noch mit meinem eigenen Geld, dem Lohn meiner Arbeit, mitfinanzieren musste. Da kam ich mir wieder vor wie das Opfer von Trickbetrügern. Legaler Trickbetrug: Dass diese Art Trickbetrug legal ist, weil in dem Fall die Täter selbst die Gesetze machen, was erlaubt und was verboten ist, machte die Sache in meinen Augen auch nicht besser. Aber damals arbeitete ich noch als angestellter Redakteur und hatte wenig Chancen, etwas dagegen zu tun.

Inzwischen sind die Geschichten der Politiker nicht besser geworden. Die Lage im Land ist auch nicht besser geworden. Ganz im Gegenteil. Ich glaube, die Differenz zwischen dem, was Sache ist und was man uns weismachen will, ist noch nie so extrem und so schnell gewachsen wie in den letzten Jahren. Trotzdem lässt mich das heute ziemlich kalt… Der Grund ist ganz einfach: Ich zahle das alles heute nicht mehr mit!

Wenn ich heute irgendwo am Mittelmeer, oder sonst wo auf der Welt, beim Frühstück in der Zeitung lese, was sie
sich in Berlin oder Brüssel wieder Neues einfallen lassen, um den Bürger zu verscheissern und an sein Geld zu kommen, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln, wie Menschen sich so was gefallen lassen – aber ich fühle mich nicht mehr selber wie ein Opfer von Trickbetrügern.

Wer sich einigermaßen mit den Vorgängen im Land befasst und die Situation ähnlich sieht wie ich, steht vor einem
Dilemma. Soll er etwas tun, kann er etwas tun, um die Lage zu verbessern? Oder ist es klüger, nur die eigene Lage
zu verbessern – und einfach nicht mehr mitzumachen?

Früher konnte ich mir durchaus vorstellen, etwas dafür zu tun, um Dinge zu verbessern. Inzwischen halte ich das nicht
mehr für realistisch. Gerade die Ereignisse der letzten Wochen haben mich in dieser Meinung bestätigt…

Sarrazin bewegt!?
Fast schien es ja, als würde sich etwas bewegen in Deutschland. Auslöser war dieses Buch von Thilo Sarrazin.
Plötzlich sprach einer Dinge an, die man nicht sagt. Wie erwartet, wurde er von der Politik niedergemacht. Aber
die Bildzeitung distanzierte sich von dieser Hexenjagd, aus Gründen, die mir noch nicht ganz klar sind.

Vielleicht waren es ganz einfach wirtschaftliche Interessen. Über 80 Prozent der Menschen standen hinter Sarrazin,
das Ignorieren zwar Politiker, wenn nicht gerade Wahl ist, nicht aber ein Massenblatt wie »Bild«, das in den
letzten acht Jahren rund eine Million Käufer verloren hat, durch unglaubwürdige PR-Storys und uninteressante
Titelgeschichten über Bohlen und »Bauer sucht Frau«.

Ein Mann wie Sarrazin, etablierter Politiker und Bänker, sagt und schreibt Dinge, die man nicht sagt in Deutschland
und Europa. Das hatte beinahe was von einem Revoluzzer. Plötzlich lasen Sie hier und da Meinungen, die Sie
schon lange nicht mehr gelesen hatten. Sogar von Gründungen neuer, liberaler Parteien war die Rede.

Neben Sarrazin wurden Namen von Politikern gehandelt, die mit Merkel unzufrieden sind, wie Friedrich Merz und
Roland Koch. Von der gefeuerten Tagesschau-Sprecherin Eva Hermann war die Rede. Von Dr. Karl Albrecht
Schachtschneider, dem früheren Gauweiler-Anwalt, der mit großartigen Anti-EU-Vorträgen durch Europa tingelt
und riesige Säle füllt. Von Professor Dr. Hankel, der immer wieder so wunderbare, nutzlose offene Briefe
an Frau Merkel schreibt…

Ganz Deutschland war gespannt! Wie würde Wulff reagieren? Würde der Präsident, den keiner haben wollte und
der mit etwas Charakter sein Amt gar nicht angetreten hätte, tatsächlich Sarrazins Rauswurf unterschreiben?
Wen würde er vor den Kopf stossen, Frau Merkel oder lieber 80 Prozent der Menschen im Land?

Alles löst sich in Luft auf

Ich war gespannt auf diese Entscheidung! Und dann?
Eine einzige Enttäuschung! Alles löste sich plötzlich in Luft auf…

Sarrazin ging freiwillig! Er trat bei der Bundesbank zurück! Er wolle Wulff die Entscheidung ersparen, soll er gesagt
haben, den Präsidenten nicht in Verlegenheit bringen, aus Achtung vor dem Amt, sabber, sabber … bla, bla, bla…

Dabei hätten wir schon gerne wissen wollen, wie sich Wulff, der ungewünschte Präsident, aus dieser Schlinge
zieht. Wir werden es nie erfahren. Diesen Spaß hat uns Sarrazin verdorben.

Sarrazin hat mit unbeliebt deutlichen Worten eines der vielen Dinge kritisiert, die in Deutschland und Europa
schief laufen. Einen wichtigen Aspekt, in Ordnung. Aber es laufen hier auch noch viele andere Dinge schief.

Ein Bundespräsident, den keiner haben will, ist für Deutschland nicht mehr wert als ein Türke, der von Hartz4 lebt.
Womöglich sogar noch schlimmer, weil teurer. So ein Präsident, der einer Bananenrepublik würdig ist, hat keine Hilfe
aus einer komplizierten Situation verdient, in die er sich zum Teil durch eigene Schuld manövriert hat.

Aber gegen so einen Mann war von Sarrazin nicht wirklich Hilfe zu erwarten. Und gegen ein demokratie-feindliches System, das so was möglich macht, erst recht nicht.

Genauso wenig Hoffnung würde ich übrigens auf eine neue Partei setzen. Was aus neuen Parteien wird, sehen
wir am besten am Beispiel der Grünen. Die hatten auch mal einen Revoluzzer. Aber lange hat es nicht gedauert, bis
Joschka Fischer die Turnschuhe aus- und den Maßanzug anzog. Ich meine nicht, dass wir von neuen Parteien
Wunder erwarten dürfen, und eine Besserung der deutschen Situation noch weniger.

Deutschland ändert sich nicht

Ich denke, es ist gut, dass es so gekommen ist mit Sarrazin. Sonst hätten wir uns womöglich falsche Hoffnungen
gemacht. Eine Zeitlang haben wir das vielleicht sogar. Aber der Traum war schnell vorbei. Sarrazin hat uns
aufgeweckt.

Willkommen zurück in der Realität !!! Aber warum erzähle ich Ihnen das eigentlich alles…?

Deutschland ändert sich nicht. Nicht in diesem Leben. Die Masse greift jeden Tag zu den etablierten Medien, lässt
sich offiziell berieseln von Tagesschau und Talkshows. Alles wie gehabt. Lüge, Gehirnwäsche und Abzocke gehen
weiter, als ob nichts gewesen wäre. War ja auch nichts, realistisch gesehen.

Aber: Eins wird allmählich besser: Die Menschen werden sensibler, aufmerksamer. Heute stehen jedem viele neue
Informationsquellen zur Verfügung. Vor allem im Internet – kein Wunder, dass etablierte Politiker nach Möglichkeiten einer Internet-Zensur suchen, die nicht wie Zensur aussieht.

Machen Sie Schluss damit, Ihre öffentlichen Lügner, Ausbeuter und Unterdrücker auch noch finanziell zu unterstützen! Stellen Sie die Steuerzahlungen ein – aber tun Sie es legal, in Ihrem eigenen Interesse!

Wenn dieser Vorschlag für Sie vernünftig klingt … und wenn Sie endlich ein Leben führen wollen, von dem die
meisten Menschen nur träumen, dann empfehle ich Ihnen dringend Leben im Ausland! COIN S.L.
Comercio Internacional Sociedad Limitada
Eingetragen im Handelsregister des
Fürstentums Andorra
Geschäftsführer: Norbert H. Bartl
Carrer Unió 2, 1E
AD500 Andorra la Vella
Tel. 00376-86 89 88
E-Mail: info@coin-sl.com

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