Tausende Viehzüchter müssen ihre Höfe aufgeben

Besorgniserregend ist für Deutschland, dass wir uns ohne Bauern gar nicht mehr versorgen können. Bereits bei Obst und Gemüse sind wir auf Auslandslieferungen angewiesen. In jedem Ernstfall werden wir verhungern. Jetzt werden auch noch systematisch alle Viehzüchter vernichtet. Mit den Preisen, die für Rinder- und Schweinefleisch gezahlt werden, kann keiner seinen Hof halten.

Die FAZ berichtet noch mehr Hintergründe in dem heutigen Artikel: Angesichts sinkender Preise haben im vergangenen Jahr abermals tausende Bauern ihre Höfe aufgegeben. Im Mai gab es laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland rund 97.400 Milchbauern in Deutschland, das waren 3500 weniger als ein Jahr zuvor. Auch bei den Schweinezüchtern gaben tausende Betriebe auf. Besonders stark sank die Zahl der Milchbauern in den sechs Monaten zwischen November 2008 und Mai 2009. In diesem halben Jahr sank die Zahl der Betriebe um rund 2000. In diesen Monaten war es zu einem besonders starken Verfall der Milchpreise gekommen. Noch im Jahr 1999 hatte es mehr als 150.000 Milchbauern in Deutschland gegeben. Jedes Jahr gaben also mehrere tausend Höfe auf. Die Zahl der Milchkühe sank dagegen nur wenig, auf knapp über vier Millionen. Die Milchkühe werden demzufolge in immer größeren Betrieben gehalten. (faz.net)

  • Chiron

    Wie schön! Also wenn die Geldblase platzt werden wir viele Menschen haben und wenig Nahrungsmittel!

    Die Nachricht ist zwar nicht neu und man kann es sich denken, dass es den Bauern nicht gut geht. Aber wenn man das im Zusammenhang sieht, wirkt es geradezu beängstigend.

    Wo sind denn unsere Politiker? Wieso werden unsere Bauern nicht stärker unterstützt?

    Oder sind sie zu sehr mit Dienstwagenfahrten und Privatfeiern für große Wirtschaftsbosse beschäftigt?

  • admin

    Hallo Chiron,
    die Medaille hat leider immer zwei Seiten. Der Ruf nach dem Staat ist wohl auch nicht immer das Richtige. Wenn es dann soweit ist, dass der Staat alles regelt, gibt es auch keine Bauern mehr, sodern vielleicht nur noch Kobinate wie in der früheren DDR.

    Gerhard Spannbauer hat mir heute eine Mail mit folgendem Inhalt gesendet (Auszug) Warum wir keinen starken Staat brauchen

    Gerade in der jetzigen Zeit rufen viele nach dem starken Staat und erhoffen sich dadurch die Lösung der aktuellen Krise. Diese Hoffnung ist aber falsch, denn die Beamten des Staates sind weder erfolgreiche Politiker noch innovative Geschäftsleute.

    Hätten wir heute noch eine staatliche Telekom und einen fehlenden wirtschaftlichen Wettbewerb, so würde ein Telefonat von München nach Hamburg wahrscheinlich immer noch knapp einen Euro pro Minute kosten und ein mobiles Internet gäbe es weiterhin nur in Science Fiction Romanen.

    Ebenso könnte sich kein normaler Mensch das Fliegen leisten. Das einzig durchschlagende, was dabei erzeugt werden würde, wäre ein Heer bestbezahlter Beamter und staatliche Angestellte, die mit einer üppiger Versorgung mit 50 in Pension gehen würden.

    Wir haben in der Geschichte den Niedergang zahlreicher Länder gesehen, die an zentralistischen Experimenten gescheitert sind. Staatliche Lenkung führt immer zu Fehlallokationen der Finanzmittel und zu Nichtproduktion. Ferner fehlt hier die klare Marktausrichtung und die innovativen Kräfte.
    Auch unser Land ist gesegnet von falschen Impulsen seitens der Regierung. Ich nenne hier die Sonderabschreibung Ost nach der Wiedervereinigung. Diese hat dafür gesorgt, dass Unsummen in unnütze Immobilien geflossen sind und unzählige Firmen und Privatpersonen am Preisverfall pleite gegangen sind.

    Oder die aktuelle Abwrackprämie, die derzeit hunderttausende absolut fahrbereiter Autos der Schrottpresse zuführt und weder Innovationen noch den Umweltschutz fördert. Als letztes Beispiel sei die Subvention der Solaranlagen genannt, die wiederum eine Irreleitung von Steuergeldern ist:

    Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert den Erzeugern von Sonnenstrom, dass sie 20 Jahre lang unbegrenzt Strom zu Preisen von bis zu 43 Cent pro Kilowattstunde ins Netz einspeisen dürfen. Das ist ein Vielfaches des aktuellen Preises an der Leipziger Energiebörse, wo der Strom derzeit für ca. 4,5 Cent pro Kilowatt gehandelt wird.

    Neben der unmittelbaren Geldverschwendung hat dies einen anderen typischen Nebeneffekt, den die Politikern immer mit produzieren:

    Diese Förderung führt dazu, dass die Investoren für die Solarmodule einen deutlich zu hohen Preis bezahlen. Denn der Preis für die Anlagen wird – wie bei den meisten Kapitalanlagen üblich – aufgrund der laufenden Erträge festgelegt. Je höher diese sind, desto höher ist der Kaufpreis. So kommt es, dass die Bauherren laut einer Recherche des Beratungsunternehmens Photon Consulting für die Anlagen statt ca. 2.000 Euro pro Kilowatt in der Regel 3.000 Euro pro Kilowatt bezahlen.

    Wir alle würden besser leben und weitaus rascher vorankommen, wenn den Politikern enge Grenzen gesetzt werden würden und sie sich auf wenige Kernkompetenzen konzentrieren würden.
    Leider passiert eher das Gegenteil und deshalb kann die Konsequenz für den Einzelnen nur eine Rückbesinnung auf die eigenen Fähigkeiten und eine gewisse Autarkie sein. Die Politik hat nicht die Fähigkeiten und den Weitblick, um uns vor den Folgen der beispielslosen Krise zu schützen.

  • Chiron

    Natürlich ist ein Staat nicht auf Gewinn ausgelegt. Trotzdem sieht man doch was passiert, wenn man das Ruder in der Hand der Firmen läßt. Sozial ist ein Begriff der in einem wirtschaftlich-geführten Unternehmen höchstens zu Werbezwecken genutzt wird.

    Zumindestens in 98 %! Der Staat sollte schon schauen, dass die eigenen kleinen Unternehmen nicht untergehen! Und vor allem: Was passiert denn wenn die ganzen Großbetriebe durch die Wirtschaftskrise in Lieferengpässe kommen? Oder es unerlaubte Preisabsprachen gibt?

    Der Markt regelt sich schon von selbst, nur wie gesagt:“Sicherlich nicht auf Humane weise!“

  • admin

    Da kann ich Ihnen nur zustimmen!

  • goldeddy

    In Krisenzeiten ist es sehr schlecht, wenn die Bauern aufgeben. Das wird alles noch mehr verteuern.

    Wie koche ich eine Mahlzeit für 1 Euro?
    Diese Seite habe ich gefunden:

    http://www.krisenkueche.de