Montagsdemo Stuttgart 21 und die Blockaden

Ob die Schwaben das schaffen, was andere nicht schaffen? Deutscher von Geburt, Schwabe durch die Gnade Gottes! Die Demos Stuttgart 21 in Stuttgart werden immer stärker. Die Abrissarbeiten an dem umstrittenen Bauprojekt Stuttgart 21 gehen nicht voran. Jeden Abend um 19 Uhr trifft sich jung und alt um zu demonstrieren. Es wird getrillert, gehupt und gedröhnt. Am Abend hat die Polizei eine Blockade von Gegnern aufgelöst, um Baggern den Weg auf das Gelände am Stuttgarter Hauptbahnhof zu bahnen. Laut Polizei haben sich am Abend bis zu 500 Demonstranten versammelt (mal wieder maßlos untertrieben). Am frühen Morgen seien es noch bis zu 40 gewesen. Bei dem Projekt soll der Kopfbahnhof zu einer unterirdischen Durchgangsstation umgebaut und an die künftige Schnellbahntrasse nach Ulm angeschlossen werden.
Man schaue sich nur das Video an, das ist unsere Regierung!

  • Friedrich

    Das Verhältnis zwischen den Stuttgartern und ihren Politikern
    erinnert derzeit an das Frankreich des 18. Jahrhunderts: Damals hatte
    Königin Marie Antoinette während einer Hungersnot ihres Volkes mal
    voller Unverständnis gesagt: „Wenn sie kein Brot haben, warum essen
    sie dann keinen Kuchen?“ Der Protest der Stuttgarter trägt fast die
    gleichen Züge der Entfremdung von Herrschenden und Volk. Zehntausende
    formieren sich seit Monaten gegen den Bau des unterirdischen
    Bahnhofs. Die meisten Politiker im Stuttgarter Rathaus und in der
    Staatskanzlei scheinen den Aufstand ihrer Wähler aber einfach zu
    ignorieren.

    Aus dem Steuersäckel sollen Milliarden fließen, um eine
    Zeitersparnis von 26 Minuten auf dem Weg nach Ulm zu ermöglichen. Das
    versteht niemand – schon gar nicht ein sparsamer Schwabe. Selbst die
    Befürworter werden immer kleinlauter: Von den
    Entwicklungsmöglichkeiten angesichts Tausender neuer Wohnungen auf
    dem ehemaligen Bahngelände sprechen derzeit nicht mal mehr die
    Initiatoren. Die demokratische Legitimation hat dieses Projekt längst
    verloren. Stuttgart 21 wird zunehmend zum Synonym für Bürgerprotest –
    Gorleben lässt grüßen. Die Geschichte sollte die Mächtigen in
    Stuttgart mahnen: Marie Antoinette landete während der Revolution auf
    dem Schafott.

    Gelesen in Neue Osnabrücker Zeitung

  • ronja

    Heute Mittwoch 25.8.10 Unter großem Polizeischutz hat der Abriss der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs begonnen. Die Bagger begannen am frühen Nachmittag damit, die Gebäudesubstanz des Nordflügels abzutragen, wie die Polizei mitteilte. Wie viele Polizeikräfte die Baustelle sicherten, wollte die Polizei nicht angeben. Bereits vor wenigen Wochen war ein Vordach abgerissen worden. Der Nordflügel muss für das umstrittene Bahnprojekt „Stuttgart 21” weichen.
    steht gerade auf Bild.de

  • Ich glaube mit friedlichen Demos erreicht man nichts. Man sieht es ja hier wieder. Fordern die Politiker zu Kämpfen heraus?

  • und die Zeitungen im Neckartal schreiben:
    Die Fronten sind seit Jahren klar. Es gibt in Stuttgart – und
    mittlerweile wohl auch im Land – eine große gesellschaftliche Gruppe,
    die das Bahnprojekt Stuttgart 21 unbedingt verhindern will. Diese
    Gruppierung machte die Grünen im letzten Jahr bei der Kommunalwahl
    zur stärksten Fraktion in der Landeshauptstadt. Den Gegnern genützt
    hat das freilich nichts, weil alle anderen Parteien – ebenso wie im
    Landtag – hinter dem Milliardenprojekt stehen. Deshalb wird Stuttgart
    21 kommen, auch wenn jetzt sogar die Geologen Einwände erheben.
    Allerdings dürften die Nibelungentreue zur Großbaustelle bei CDU, SPD
    und FDP die Chancen bei der Landtagswahl im Frühjahr minimieren. Das
    ist zwar gut für die Grünen – doch kann die Partei dann mit SPD oder
    CDU koalieren, wo doch beide nahezu starrsinnig am Zukunftsprojekt
    festhalten? Und was sagen die Wähler dazu? Derweil sollten sich die
    Demonstranten klarmachen, dass der Zug „Verhinderung“ längst
    abgefahren ist. Die Szenerie erinnert zwar an den Bau der Frankfurter
    Startbahn West in den 80er Jahren. Aber auch dort heben heute
    Linienjets ab, genauso wie die ICEs künftig unterirdisch durch die
    Stuttgarter City rauschen werden.

    Originaltext: Rhein-Neckar-Zeitung

  • ottonormalverbraucher

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