Der Journalismus ist am Ende

Dass die Journalisten nichts mehr taugen, beweist die gestrige Sendung mit Maybrit Illner. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel war wieder mal geladen und mir standen die Haare in die Höhe, was das für ein Geplenkel war. Die einzigste Frage an die Bundeskanzlerin, die klar gestellt wurde, kam von einem youtube User. Diese Frage war wenigstens so gestellt, dass Frau Merkel nicht ausweichen konnte. Die klare Frage war, ob sich nach der Wahl die Mehrwertsteuer oder andere Steuern erhöhen. Die Antwort der Bundeskanzlerin war ein klares NEIN.

Keiner scheint den Aussagen der Politiker mehr zu vertrauen, keiner hat Hurra geschriehen. Wer weiß ob die Merkel wieder gewählt wird, dann hat sich diese Aussage sowieso erledigt. Matthias Kalle vom Tagesspiegel über eine Sendung, die eine schlimme Woche für das Fernsehen und die Politik beschließt. Er nannte die Sendung eine bodenlose Frechheit, von der ersten bis zur letzten Minute. Wieso, weshalb, warum – all das blieb unklar, es gab keine Dramaturgie, Illner war nicht in der Lage ein Interview zu führen, Angela Merkel zu fragen, ob sie schon mit Friedrich Merz telefoniert habe, mag Illner als journalistisches Husarenstück ansehen, ist aber ähnlich mutig, wie Marcel Reich-Ranicki zu fragen, ob er denn schon mit Oliver Pocher telefoniert habe – warum sollte er das tun? Und wen interessiert es?

Weiter schreibt er: Wen interessiert eigentlich was? Da sitzen zwei Frauen, die bis zur Wende in der DDR gelebt haben. Maybrit Illner studierte Journalistik in Leipzig und war Mitglied der SED, Angela Merkel sagt, so eine Krise habe die Bundesrepublik in 60 Jahren nicht erlebt – möglicherweise wäre es spannend geworden, wenn Merkel nicht eine Stunde lang ohne Widerspruch und intelligente Zwischenfragen über Opel, Arcandor und Banken gesprochen hätte, sondern wenn sich die beiden über die Stasi und die SED und über Kurras und West-Berlin 1967 unterhalten hätten.
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  • Lutz Huth

    Merkels Doppelmoral

    Um die Verlogenheit und Doppelmoral der ehemaligen FDJ – Funktionärin zu begreifen, ihr ewiges Gefasel – und auch das anderer Politbonzen – von Zivilcourage, vom „Nichtwegsehen“, von „Gesicht zeigen“, von „Menschenrechtsfragen anzusprechen“, bis hin zu „Drohgebärden“, wenn es gegen die sogenannten „Schurkenstaaten“ dieser Welt geht, muß man sich einmal ihr Verhalten gegenüber dem Kriegsverbrecher Bush und seinem Nachfolger Obama vor Augen führen.

    Hier übersieht sie geflissentlich die auch heute noch unter Obama stattfindenden Kriegsverbrechen, Folterungen und Menschenrechtsverletzungen der USA, der Schutzmacht unserer freiheitlichen westlichen „Demokratie“. Dann fällt es ihr nicht ein, nach Guantanamo und anderen Folterstätten zu fragen oder gar ein Ende der Entwürdigungen und der imperialistischen Kriegshandlungen zu verlangen.

    Lutz Huth
    Hannover