Versuchskaninchen für Pharmakonzern

In Nigeria wurden Experimente mit Kindern durchgeführt. Mehrere Kinder starben darauf, andere trugen schwere Schäden davon. Nun haben sich die nigerianische Regierung und der Pharmakonzern Pfizer nach Angaben eines Gewährsmannes in einer Schadensersatzklage wegen der Verwendung des experimentellen Antibiotikums Trovan geeinigt. Pfizer habe sich zur Zahlung von 75 Millionen Dollar verpflichtet. 35 Millionen Dollar sollen demnach an die Opfer gehen, die während der Studie im Jahr 1996 gesundheitliche Schäden erlitten hatten, erklärte ein mit den Verhandlungen vertrauter Gewährsmann am Mittwoch. Mit weiteren 30 Millionen Dollar wird die Gesundheitsversorgung im nigerianischen Staat Kano unterstützt, und 10 Millionen Dollar decken die Gerichtskosten ab. Die Einigung soll den Angaben zufolge heute offiziell bekanntgegeben werden. Ein Pfizer-Sprecher bestätigte, dass es eine Einigung gebe, nannte aber keine Einzelheiten. Das umstrittene Medikament

Trovan – einst einer der Verkaufsschlager von Pfizer – ist höchst umstritten. Das Antibiotikum darf heutzutage in den USA nur in Notfällen bei Erwachsenen angewendet werden, nachdem die Gesundheitsbehörde FDA schwere Leberschäden festgestellt hatte. Die Afrikaner werden von den Pharmakonzernen immer noch behandelt wie Versuchskaninchen. Das kommt wohl daher, dass viele nicht klagen werden und wenn doch, wird es billig.

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