Merkel heute im Interview

Die Bundeskanzlerin heute Abend Gast im ZDF-Sommerinterview. Themen u.a.: Zustand der Koalition, Anzeige der 40 Industriemanager zur Energiepolitik der Bundesregierung.

Die Bundeskanzlerin fühlt sich von der Anzeige der Industriemanager nicht angesprochen Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke, Energie-abschöpfungssteuer, Zustand der Koalition und Wehrpflicht die Hauptthemen im ZDF Sommerinterview heute Abend um 19 Uhr 10 Die Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, Bettina Schausten im Gespräch mit der Bundeskanzlerin O-Töne von Bundeskanzlerin Angela Merkel

Die ZDF-Sommerinterviews gelten in Deutschland als absolute „Polit-Klassiker“! Von Juli bis Ende August stellen sich die Spitzenvertreter der Bundestagsparteien – meist im lockeren Ambienten, oft ohne Jackett oder ohne Krawatte – im Interview. In diesem Jahr hat erstmals das neue Führungsduo des ZDF-Hauptstadtstudios, die „Berlin direkt“-Moderatoren Bettina Schausten und Thomas Walde die Gespräche geführt. An diesem Sonntag traf sich Bettina Schausten mit der Bundeskanzlerin im Kanzleramt. Im ersten Teil des 20 Minuten langen Gesprächs ging es um den Zustand der Koalition und den Zustand der CDU. Bundeskanzlerin Angela Merkel:
1. O-Ton Angela Merkel In allen deutschen Tages-Zeitungen hatten mit
einer ganzseitigen Anzeige am Samstag über 40 Wirtschaftsführer die
Energiepolitik der schwarz-gelben Koalition angegriffen. Die
Bundeskanzlerin auf die Frage von Bettina Schausten, ob sie diese
Anzeigenkampagne geärgert hat? 2. O-Ton Angela Merkel Die
Bundeskanzlerin betonte, dass es keinen Vertrag zur Abschöpfung der
Gewinne durch die Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke mit
den Energieversorgern geben werde, sondern, dass sie davon ausgeht,
die Abschöpfung wird durch ein Gesetz geregelt. Auch das eine
Diskussion der letzten Tage, ebenso wie das Thema „Abschaffung der
Wehrpflicht“. Das wiederum kann sich die Bundeskanzlerin vorstellen:
3. O-Ton Angela Merkel Wie aktuell das ZDF-Sommerinterview ist, das
zeigte Bettina Schausten, als sie Angela Merkel mit der Meldung einer
Sonntagszeitung konfrontierte, in der es heißt, Edmund Stoiber habe
der Kanzlerin einen Brief geschrieben und sie aufgefordert, den
scheidenden hessischen Ministerpräsidenten ins Bundeskabinett zu
holen. Frage der Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios: Hat es diesen
Brief gegeben? 4. O-Ton Angela Merkel Und noch eine Personalie kommt
im ZDF-Sommerinterview zur Sprache: Der Zweikampf um die Führung des
größten CDU-Landesverbandes. In Nordrhein-Westfalen will jetzt auch
Bundesumweltminister Norbert Röttgen CDU-Vorsitzender werden: 5.
O-Ton Angela Merkel Abmoderation Heute Abend, Sonntag, um 19 Uhr 10
im ZDF: Das Sommerinterview von Bettina Schausten mit Bundeskanzlerin
Angela Merkel.

ACHTUNG REDAKTIONEN:

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an ots.audio@newsaktuell.de.

Originaltext: ZDF

  • sap

    Ich finde es schadet gar nichts, die Wehrpflicht abzuschaffen. Die Jungs, die nach Afghanistan gehen, sollen durchaus nur Berufssoldaten sein. Wo unser Land von NATO Staaten umgeben ist, hat sich die Wehrpflicht überlebt. Die finanziellen Einsparungen sind die eine Sache, die Wehrgerchtigkeit eine andere Sache. Also weg damit.

    Siegfried Anton Paul

  • Ich bin auch dafür, dass es jeder freiwillig machen sollte.

  • Chiron

    @sap

    Wer geht denn nach Afghanistan? WEHRPFLICHTIGE? Nur wenn sie einen Antrag auf Verlängerung stellen. Als normaler Wehrpflichtiger kommst du garantiert nicht in den Auslandseinsatz.

    Und ja sicher! Gute Idee! WEG mit der Wehrpflicht!

    Was hat sich der Staat nur dabei gedacht?
    Den Bürger in Uniform zu stecken? Da wird Arm mit Reich, Dumm mit Schlau zusammen auf Stuben gesteckt und sie müssen lernen miteinander auszukommen! Sie werden alle in gleiche Anzüge gesteckt und einfach mal den Mund halten und übergeordnete Ziele befolgen anstatt ständig zu sagen „aber ich sehe das anders!“

    Wir brauchen unbedingt eine Berufsarme! Gerne auch Söldner! Was wollen wir mit Bürgern in Uniform? Sie haben ein Gewissen und das Volk würde es nicht als gut befinden wenn sie im Auslandeinsatz ums Leben kommen! Dafür gibt es doch genug Jugendliche aus sozial-schlecht-gestellten Schichten die eben zum Bund gehen bevor sie in Hartz4 fallen! Soll halt der Pöbel seinen Kragen risikieren! Sie machen das ja freiwillig!

    Und wenn die Personellen Ausgaben steigen dann sparen wir halt an ihren Kugelsicheren Westen ein! Sie sind ja freiwillig in den Auslandseinsatz!

    Und wenn wir schon dabei sind dann schaffen wir doch gleich noch den Zivildienst ab! Das ist ja genauso ungerecht dann heben wir halt die Pflegeversicherung an!

    Also hoffe ich du kommst aus einem gut-betuchten Hause, denn sonst wirst du einfach nur unter dieser „Gerechtigkeit“ leiden.

  • Das ist auch eine Ansicht, die man nicht von der Hand weisen kann. Zivildienst würde ja dann auch wegfallen! Man muss dann Leute einstellen und sie bezahlen.
    Ich denke aber, dass es dafür auch schon wieder ein Konzept in den Schubladen gibt, dass solche Arbeiten von Hartz4 Empfängern erledigt werden müssen. Uns wird in den nächsten Monaten noch Hören und Sehen vergehen, was da in unserem Land noch alles verändert wird.

  • Zu den Strukturplänen, die der Bundesminister der
    Verteidigung am 23. August 2010 in Berlin vorstellte, erklärt der
    Vorsitzende des Deutschen BundeswehrVerbandes, Oberst Ulrich Kirsch:

    „Die Zahl von künftig 7.500 freiwillig dienenden jungen Männern
    wird nicht ausreichen, um die erforderliche Regeneration in der
    Truppe – die Gewinnung von Nachwuchs – zu gewährleisten. Darum – und
    schließlich zur Erfüllung ihrer Aufträge – benötigen die
    Streitkräfte mindestens die doppelte Anzahl von Männern, die
    freiwilligen Wehrdienst leisten. Dazu bedarf es einer erweiterten
    Ausbildungsorganisation mit einem zusätzlichen Anteil an Zeit- und
    Berufssoldaten.“

    Eine Reduzierung des Personals der Bundeswehr könne nicht
    einseitig zu Lasten der Soldatinnen und Soldaten erfolgen. Es stoße
    auf Unverständnis, „wenn nicht gleichzeitig über Einsparungen und
    über eine Überprüfung der Strukturen beim Zivilpersonal nachgedacht
    wird“, so Kirsch. „Hier sind nur halbherzige Ansätze zu erkennen“.
    Derzeit verfügt die Bundeswehr noch über 103.900 Zivilbeschäftigte –
    Arbeiter, Angestellte und Beamte.

    Der Vorsitzende des Deutschen BundeswehrVerbandes fordert für die
    Reform der Bundeswehr eine Anschubfinanzierung in Höhe von mindestens
    einer Milliarde Euro. Damit sollen mehr Attraktivität und soziale
    Sicherheiten für die Soldatinnen und Soldaten garantiert werden
    „Sonst scheitert die Reform“, sagte Kirsch. Aufgrund der seit Jahren
    anhaltenden permanenten Unterfinanzierung der Bundeswehr bleibe für
    die beabsichtigten Einsparungen im Verteidigungshaushalt nur wenig
    Spielraum. „Wenn man einen trockenen Schwamm ausdrücken will, kommt
    nichts heraus“, sagte Kirsch.

    Originaltext: DBwV Dt. BundeswehrVerband

  • Die Stimme aus anderem Lager der Presse:
    Karl-Theodor zu Guttenberg befindet sich auf einer
    gefährlichen Mission. Das, was er anstrebt, eine reine Berufsarmee
    von überschaubarem und damit bezahlbarem Zuschnitt, stößt im
    Unionslager auf kräftige Vorbehalte. Und die Kanzlerin, die in einer
    solch bedeutsamen Frage wieder einmal die Dinge treiben lässt, wird
    sich erst aus der Deckung wagen, wenn die Gefechtslage
    übersichtlicher geworden ist. Wieder einmal sieht sie lieber zu, als
    zu führen. Und dass sich mit dem Baron aus Bayern auch noch ein
    denkbarer Rivale als einsamer Minensucher betätigt, spielt dabei
    sicher auch eine Rolle. Guttenberg hat mit seinem Konzept allerdings
    nicht nur eine Vielzahl von Verbündeten beim Koalitionspartner und
    den Parteien der Opposition. Er hat viele gute Gründe dafür, die
    Bundeswehr radikal umzubauen. Er will eine Armee, zugeschnitten auf
    die bewaffneten Konflikte, die nach Einschätzung vieler
    Sicherheitsexperten die Zukunft bestimmen. Ihre Einsätze werden in
    aller Regel nicht nahe der deutschen Grenze, zumeist auch nicht in
    Europa stattfinden. Sie soll unbelastet sein von der Ausbildung einer
    Vielzahl junger Männer, die nach wenigen Monaten schon wieder im
    Zivilleben verschwinden und auch als Reservisten nicht gebraucht
    werden. Da stört die Wehrpflicht nur, kostet zusätzliches Geld und
    gefährdet vor allem die Handlungsfreiheit der verantwortlichen
    Politiker. Denn spätestens seit dem Vietnamkrieg ist klar, dass
    Demokratien mit Wehrpflichtigen nur Kriege führen können, bei denen
    die ganz überwiegende Mehrheit der Wähler keinen Zweifel an ihrer
    Notwendigkeit hat – und dies sind in aller Regel reine
    Verteidigungskriege. So kommt es kurioser Weise zu einem Zweckbündnis
    zwischen einem zwar konservativen, aber am Machbaren orientierten
    Verteidigungsminister und all denen Parteien, die der Wehrpflicht aus
    ganz anderen Motiven nichts abgewinnen können und die Risiken einer
    reinen Berufsarmee dabei in Kauf nehmen. Dies wird es den Freunden
    von Guttenberg in CDU und CSU nicht leicht machen, die Pläne des
    Ministers mitzutragen. Aber auch sie haben keine wirkliche
    Alternative. Die alte Bundeswehr ist in jedem Falle tot und nach dem
    Ende der Blockkonfrontation in Europa auch völlig überflüssig. Und
    noch ein wenig Wehrpflicht mit den mehr oder weniger zufällig
    Ausgewählten oder sich berufen Fühlenden eines Jahrgangs widerspricht
    jedem Gerechtigkeitsempfinden. Deswegen spricht vieles dafür, dass am
    Ende der Debatte genau das Beschlusslage wird, was jetzt vom Minister
    vorgestellt wurde. Die Bundeskanzlerin wird dann zu der aus ihrer
    Sicht passenden Zeit erklären, auch sie sehe da kaum eine andere
    Wahl.

    Originaltext: Lausitzer Rundschau

  • Und schwupps findet man auch dafür eine Lösung:

    LVZ: Bundeskanzlerin verspricht Guttenberg volle konstruktive Begleitung für sein Modell der Bundeswehrreform / Große Hoffnung auf neuen zivilen Sozialdienst

    23.08.2010 – 17:15 Uhr, Leipziger Volkszeitung

    Leipzig (ots) – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihrem
    Verteidigungsminister, Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), die
    uneingeschränkte „konstruktive Begleitung“ bei der Umsetzung von
    dessen Modell zur Bundeswehr-Reform versprochen.

    In einem Video-Interview mit der Madsack Mediengruppe in Berlin
    stellte die CDU-Bundesvorsitzende und Regierungschefin klar: „Ich
    möchte, anders als das zum Beispiel die SPD bei der Agenda 2010
    gemacht hat, unsere Mitglieder mitnehmen auf einen Weg. Und diesen
    Weg gemeinsam mit dem Verteidigungsminister zu gehen, bin ich
    willens. Und deshalb ist das jetzt die Aufgabe der nächsten Wochen.“

    Sie begrüße „außerordentlich, dass Karl-Theodor zu Guttenberg
    einfach sich die Freiheit genommen hat, die Sicherheitsarchitektur
    jetzt noch einmal so zu denken, wie er glaubt, und wie das
    Bundesverteidigungsministerium glaubt, dass sie aussehen muss, damit
    unser Land die äußere Sicherheit auch garantieren kann, dass wir
    bündnisfähig bleiben und für die Zukunft der Aufgaben gerüstet sind.“

    Zugleich hob die Bundeskanzlerin in dem Interview die große
    zukünftige Bedeutung eines neu geregelten sozialen Dienstes hervor.
    Sollte es zu einer Aussetzung des Wehrdienstes kommen, müsse der
    Zivildienst natürlich reagieren.

    „Und da wäre das Element der Freiwilligkeit dann natürlich auch
    ein wichtiges Element. Ich glaube, da liegt eine Riesenchance für
    unsere Gesellschaft drin. Weil wir die Dienste attraktiver machen
    können.“ Das gelte dann im Übrigen für die Wehrpflicht bis hin zum
    Zivildienst, weil der Staat offensiver dafür werben könnte. „Und ich
    glaube, dass das die Kreativität der Gesellschaft und auch die
    Bereitschaft junger Leute stärken könnte“, hob die Kanzlerin weiter
    hervor. Man könne eine solche Tätigkeit dann auch in der späteren
    Biografie honorieren. Das Betätigungsfeld eines solchen erweiterten
    zivilen Dienstes sollte, so die Kanzlerin, bis zur besseren
    Integration von am gesellschaftlichen Rand stehender Kinder reichen.
    „Dann könnten wir auch im Sinne von mehr bürgerschaftlichem
    Engagement durch die ganze Lebensbiografie hinaus Angebote machen.
    Und das könnte zu einer parallelen, neben all den rechtlichen
    materiellen Dingen, die wir tun, zu einer parallelen geistigen
    Veränderung unserer Gesellschaft führen, die zu mehr
    Selbstbewusstsein, die zu mehr Bürgertum im guten und modernen Sinne
    des Wortes führt.“

    Das komplette Interview als Video und im vollen Wortlaut ist zu
    finden unter:

  • Rivale warum nicht! Es ist gut wenn die CDU sich verändert .Frau Merkel braucht gute Mitstreiter. Am Ende sollte der bessere die Partei führen.

  • Ein gute Umstrukturierung ist auf jeden Fall eine gute Sache! Ein freiwilliges soziales Jahr finde ich auch gut. Fatal fand ich es den Pflegesektor auf Zivis aufzubauen.