Achtung Falschgold! Banken lassen sich sogar täuschen

Der Erdinger Groß- und Einzelhändler Auragentum meldet ein erhöhtes Aufkommen an gefälschtem Edelmetall. Nun sind auch australische Silbermünzen betroffen. Fälschungen haben offensichtlich auch schon Bankschalter passiert.

Seit 2013 wird in Deutschland ein steigendes Aufkommen an gefälschten Anlagemünzen festgestellt. Schon länger bekannt sind Imitationen populärer Goldmünzen wie Krügerrand und Maple Leaf in teilweise sehr guter Fälschungsqualität (Wolfram-Kern mit Goldüberzug). Die Ware kommt in der Regel aus China und wird auf Verkaufs- und Auktionsplattformen im Internet angeboten.

Neben hochwertigem Falschgold sind nun auch Imitationen beliebter Silberanlagemünzen aufgetaucht. So liegen dem

Erdinger Edelmetallhändler Auragentum Fälschungen der australischen Silbermünzen Känguru und Kookaburra zu je einer Unze vor. Sie tragen die Jahrgangszahlen 2016. Goldreporter konnte die Stücke persönlich in Augenschein nehmen. Auf den ersten Blick sind die Münzen kaum von den Originalen zu unterscheiden. Die Känguru-Münze bringt jedoch statt der erforderlichen 31,10 Gramm deutlich weniger Gewicht auf die Waage. Die genaue Zusammensetzung der Stücke wird derzeit geprüft. Die Silbermünzen sollen aus Spanien stammen und wurden dem Handelshaus von einem Kunden zur Ansicht überlassen.

Auragentum-Geschäftsführer Tobias Scherer spricht generell von einem erhöhten Aufkommen an gefälschten Edelmetallprodukten. Sein Unternehmen ist neben dem Endkundengeschäft auch im Großhandel aktiv. Pro Monat seien in den Filialen in Erding und München zuletzt bis zu vier Fälle aufgetreten, in denen Privat- aber auch Geschäftskunden wissentlich und unwissentlich gefälschte Münzen angeboten hätten.

„Wir fischen immer wieder Falschgold in Form von Münzen und Barren aus dem Markt. Es stammt von Kunden, Händlern aber auch von Banken. Die meisten wissen nicht, dass es sich um Fälschungen handelt“, so Scherer. Auch Schmuck mit gefälschtem Stempel sei an der Tagesordnung.

Es gäbe aber auch Kunden und sogar Händler, die selbst getäuscht worden seien und dann versuchten, die Stücke weiterzuveräußern.

„Wir geben die Fälschungen nicht wieder an den Kunden zurück. Es wird vernichtet oder zu Anschauungszwecken aufbewahrt. Wenn der Kunde auf Rückgabe besteht, holen wir die Polizei und fordern ihn auf, Anzeige zu erstatten. Oder wir selbst erstatten Anzeige“, erklärt Tobias Scherer.

Die meisten hätten auch nichts dagegen, sondern wollten den Vorgang selbst dokumentiert sehen. Auch von Banken treffe immer wieder Falschgold ein, darunter sehr gut nachgemachte Krügerrand-Münzen. „Die Banken wollen die Münzen oft zurückhaben, weil sie die Sache selbst zur Anzeige bringen möchten und die Fälschungen als Beweismittel benötigen. In diesem Fall geben wir sie zurück“, so Scherer.

Und weiter: „Ich glaube, es ist jede Menge an Falschgold in Umlauf. Viele schauen die Ware nicht genau an oder können die Echtheit aufgrund fehlender technischer Geräte nicht mit Sicherheit bestimmen“.

Bei Auragentum werde jedes angekaufte Stück auf Echtheit überprüft. „Wir können es uns nicht leisten, dass Fälschungen an Kunden ausgegeben werden und dies dann auf uns zurückfällt“, sagt Scherer.

Wie man sich vor Goldfälschungen schützt und wie seine eigenen Bestände zu Hause auf Fälschungen überprüfen kann, erfahren Sie in unserer Sonderpublikation „Der Falschgold-Report“.

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