Cochems geheimer Bundesbank-Bunker

Das Deutsche Fort Knox öffnet Tresor-Türen. Waren in den Bunkern auch Goldreserven? Jedenfalls war dort unter Vorhaltung einer damals geheimen und bis heute kaum bekannten Notstandswährung, die Bewältigung einer nationalen Krise im Kalten Krieg, ausgelöst durch eine Hyperinflation, sowie die Lagerung der Notstandswährung in einer beeindruckenden Bunkeranlage, die zugleich Tresor für 15 Milliarden Mark war. Doch zunächst steht die Bunker- und Tresoranlage am 16. und 17. Oktober jeweils von 10 bis 18 Uhr offen. Im Internet sind unter www.bunker-cochem.de Übersichten zu den Führungen und Anmeldemöglichkeiten eingerichtet. In die Organisation eingebunden ist die örtliche Touristinformation Ferienland Cochem. Auch hier sind Anmeldungen möglich, um die für eine reibungslose Abwicklung gebeten wird. Am Veranstaltungswochenende ist ein Bus-Pendelverkehr zwischen dem stadtzentralen Busbahnhof „Am Endertplatz“ und dem Bunker eingerichtet. Die Busse verkehren halbstündlich, die Fahrtkosten für eine einfache Strecke betragen 1,50 Euro. Die Zahl von Parkplätzen am Bunker ist begrenzt, die Anreise mit dem PKW ist nicht zu empfehlen.

Die Eintrittspreise liegen zwischen 8 Euro für Erwachsene und 3,50 Euro für Kinder und Jugendliche; Kinder unter 12 Jahren haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt. Die Besichtigungen der Bunker- und Tresoranlage sind nur im Rahmen einer Führung möglich, die 75 Minuten dauert. Am 16. Oktober steht die Anlage zwischen 18 und 20 Uhr für Fotografen offen (ohne Führung).

Die Temperatur in der unterirdischen Anlage in Cochem-Cond liegt bei zwölf Grad.

  • yvonne

    Große Bunkerbesichtigungen,lange Geheimsache und jetzt auf einmal nicht mehr. Schon etwas komisch,zumal der kalte Krieg ja noch immer andauert.

  • yvonne

    …könnte gut unter Prophezeihungen passen.

  • Sehr interessanter Beitrag, wusste bisher nicht, dass die Notstandswährung in Cochem eingelagert war. Als Banknotensammler bin ich erst vor kurzem auf diese Notstandswährung aufmerksam geworden. Es handelt sich dabei um die sog. „Bundeskassenscheine“, die im Krisenfall das Münzgeld ersetzen sollten und nach Ende des Kalten Krieges eigentlich hätten vernichtet werden sollen. Allerdings wurde ein Privatunternehmen mit dieser Vernichtung beauftragt, und dort sind dann wohl einige der streng geheim gehaltenen Banknoten „vom LKW gefallen“. 😉 Für Sammler ein sehr spannendes Gebiet… Werde dann bestimmt auch einmal die Lagerstätte besichtigen!!

  • Die Bundeskassenscheine waren Reservebanknoten der Deutschen Mark. Sie wurden von der Deutschen Bundesbank jahrzehntelang (1960–1988) als Ersatz für die offizielle Ausgabe der Deutschen Mark bereitgehalten. Die Entwicklung und Herstellung der Banknoten erfolgte unter äußerster Geheimhaltung, da bei Wissen um ihre Gestaltung der Ausgabezweck vergeblich gewesen wäre. Die genauen Hintergründe der nun weitgehend vernichteten Bestände der Sonderbanknoten sind bis heute nicht bekannt.

    Das Ersatzgeld wurde in drei voneinander unabhängigen Serien hergestellt. Die erste Serie, die noch nicht unter dem Begriff Bundeskassenschein lief, wurde Anfang der sechziger Jahre von dem Grafiker Max Bittrof entwickelt und lautete auf die Nennwerte 5, 10, 20, 50 und 100 DM. Eine von Rudolf Gerhardt entwickelte Serie wurde nur für West-Berlin bereitgehalten. Im Jahre 1967 erschien die zweite Serie mit den Wertstufen 5, 10 und 50 Pfennig sowie 1 und 2 DM.

    Über den Sinn dieser Ersatznoten gibt es folgende Vermutungen: In der Zeit des Kalten Krieges gab es das Krisenszenario, dass die Staaten des Warschauer Pakts den Markt mit gewaltigen Mengen an gefälschten Markscheinen überschwemmen könnten, um so der Bundesrepublik und der westlichen Welt einen immensen wirtschaftlichen Schaden zuzufügen. Eine andere Notfallsituation für die Ausgabe des Ersatzgeldes wäre eine Hyperinflation wie im Jahre 1923 gewesen. Man hätte so wesentlich schneller reagieren können, als es im Falle einer erst zu entwickelnden neuen Notenserie möglich gewesen wäre. Weitere Hinweise dafür, dass das Geld für Krisenzeiten gedacht war, ist die Existenz einer eigenen Berlin-Ausgabe und die Tatsache, dass auch Pfennig-Beträge mit Papiergeld realisiert wurden, denn in Krisenzeiten übersteigt der Metall- schnell den Nennwert, was zum Einschmelzen der Münzen im großen Stil führen kann.

    Während die Bundeskassenscheine wie Spielgeld aussehen – sie enthalten weder Bilder noch Zeichnungen, sondern nur altertümlich wirkende Verzierungen, Buchstaben und Ziffern -, ähneln die Stücke der Bittrof-Serie den offiziellen Geldscheinen in ihrer Anmutung sehr stark. Da Ende der achtziger Jahre die Fälschungssicherheit nicht mehr ausreichend war und wohl auch die politische Situation viele Krisenszenarien nicht mehr so prekär erscheinen ließ, wurde die Vernichtung des bisher in Tresoren und Silos wie dem Ausweichsitz der Deutschen Bundesbank in Cochem-Cond/Mosel gelagerten Ersatzgeldes beschlossen. Den privaten Entsorgungsfirmen kamen jedoch nicht unerhebliche Mengen der Bundeskassenscheine „abhanden“, so dass einige Scheine im Umlauf sind, die bei öffentlichem Angebot jedoch von der Bundesbank sofort als Hehlerware deklariert und beschlagnahmt werden. Noten der Bittrof-Serie sind bis auf einige Exemplare des 5-DM-Scheins nach wie vor unter Verschluss oder wurden erfolgreich vernichtet.
    Wikipedia zeigt auch Bilder von den Scheinen http://de.wikipedia.org/wiki/Bundeskassenschein

    Auch interessant, dass einige in ebay angeboten werden http://www.moneypedia.de/index.php/5_DM_(1963)

  • Die werden einen neuen haben, der dem jetztigen Standart angepasst ist. Da könnt ich wetten!
    Vielleicht brauchen die das Silber und die Teppiche dort 🙂 hihi

    http://goldblogger.de/deutschland/die-unverschaemten-forderungen-der-politiker.html