Rückführung des Goldes deutet auf eine gewisse Nervosität hin

Seit rund zwei Jahren ist zu beobachten, dass Zentralbanken Teile ihrer im Ausland gelagerten Goldschätze repatriieren. Insbesondere die Notenbanken der Niederlande, Deutschlands und Österreichs haben in den vergangenen Monaten Gold aus den Lagern der Bank of England und der Federal Reserve Bank of New York abgezogen.

„Erst war es Deutschland, welches im Jahr 2014 120 Tonnen seines Goldes bei der New Yorker Fed abgezogen hat, dann die Niederlande, welche ‚heimlich‘ 122 Tonnen abzogen; vergangenen Mai schließlich war es mit Österreich ein dritter europäischer „Kernstaat“, der den größten Teil seines Übersee-Goldes bei der Bank of England abgeholt und in Wien

und der Schweiz eingelagert hat“, schreibt der Finanzblog Zerohedge.

Die Bundesbank führt seit einigen Jahren ein langfristig angelegtes Rückholprogramm des Staatsgoldes durch. Beobachter befürchten, dass die Bundesregierung im Fall einer schweren Krise sonst keine Kontrolle über die Bestände habe.

Aus veröffentlichten Daten der New Yorker Fed geht hervor, dass in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres 87 Tonnen Gold aus dem Tresorraum in 33 Liberty Street abgezogen wurden. Dies stellt eine Steigerung von gut einem Viertel gegenüber den 69 Tonnen dar, welche im gleichen Zeitraum 2015 ausgelagert wurden und mehr als 60 Prozent gegenüber den 55 Tonnen in diesem Zeitraum im Jahr 2014.

Die Bestände in New York haben sich inzwischen merklich verringert. Im Jahr 2007 betrugen die gesamten Einlagen dort noch mehr als 6.600 Tonnen, derzeit sind es rund 5.800 Tonnen. Die Rückführungen des Golds in den eigenen Machtbereich könnten Anzeichen dafür sein, dass sich Zentralbanken langfristig auf eine Krise an den Finanz- und Rohstoffmärkten wappnen.

Quelle: DWN