Europa braucht den Euro nicht, Eurobonds als „Buße für Holocaust und Weltkrieg“

Durch vergebliche Rettungsmaßnahmen entstand „Eindruck der deutschen Erpressbarkeit“. Eurobonds als „Buße für Holocaust und Weltkrieg“. Sarrazin ist bei Jauch eingeladen und viele beschweren sich, dass er überhaupt mit seiner Meinung ins Fernsehen darf.

In seinem neuen Buch „Europa braucht den Euro nicht“ fordert Thilo Sarrazin, dass Länder, die dauerhaft gegen den Stabilitätspakt verstoßen, den Euro verlassen. Das Nachrichtenmagazin FOCUS druckt vorab Auszüge aus dem Buch. Darin heißt es: „Wenn ein Land unter der Disziplin der gemeinsamen Währung nicht leben kann oder will, so soll es jederzeit frei sein, zu seiner nationalen Währung zurückzukehren.“

Thilo Sarrazin sorgt erneut für Furore

Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin meldet sich nach seinem Sensationserfolg von Deutschland schafft sich ab jetzt erneut mit einem provokanten Buch zurück: Europa braucht den Euro nicht.

Mit der drohenden Staatspleite einzelner Länder hat der Traum von der Europäischen Währungsunion seinen Glanz eingebüßt und seine Risiken offenbart. Angela Merkels Diktum »Scheitert der Euro, dann scheitert Europa« versucht die Währungsfrage in einen größeren Zusammenhang zu stellen.
Das tut auch Thilo Sarrazin in seinem neuen Buch, aber auf andere Weise und mit anderen Ergebnissen. Er zeichnet die verheerenden Resultate politischen Wunschdenkens nach und stellt die Debatte vom Kopf auf die Füße.
Thilo Sarrazin ist einer der profiliertesten politischen Köpfe der Republik. Seine fachliche Kompetenz in Finanzfragen gepaart mit dem Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, hat ihn in viele wichtige Ämter gebracht. Zuletzt war er Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. Nach der Veröffentlichung seines Buches Deutschland schafft sich ab schlug jedoch das mediale Inquisitionstribunal der »Heiligen Political Correctness« wieder zu und Thilo Sarrazin musste diesen Posten räumen.

  • hanns

    Talkshow Günther Jauch, 20. Mai 2012 –
    Teil 2:
    Teil 3:
    Teil 4:

    Duell: Euro Gegener Thilo Sarrazin
    und Euro Befürworter Peer Steinbrück

  • Teil 1

  • Geschrei um nichts

    Heute stellt Thilo Sarrazin sein neues Buch in Berlin vor. Und man muss wohl sagen, diese 464 Seiten, die für Sie, liebe WAZ-Leser, Stefan Schulte gelesen hat (siehe Wirtschaft), sind ein einziger Bluff. Sarrazin empfiehlt nicht die Rückkehr zur D-Mark, er fordert nicht einmal, die Griechen aus dem Euro zu werfen. Im Grunde wäre er zufrieden mit dem Euro, wenn nur die Stabilitätskriterien eingehalten würden. Damit, so absurd das auf den ersten Blick klingen mag, kämpft Sarrazin den Kampf der Bundesregierung. Denn genau das, die Einhaltung der Spielregeln, ist Angela Merkels Thema. Morgen wird sie sich auf dem Euro-Gipfel dagegen wehren, dass Euro-Bonds eingeführt werden, die solide und unsolide wirtschaftende Länder in einen Topf werfen. Und sie wird versuchen zu verhindern, dass die Europäische Zentralbank direkt ganze Länder stützt, was mit deren politischer Unabhängigkeit nicht zu vereinbaren ist. Sicher ist Europa mehr als seine institutionelle Hülle, die „EU“. Und sicher ist Europa mehr als seine Währung, der Euro. Aber genau dieses „mehr“ enthält die Währung. Der Euro ist nicht nur Geld, sondern eine kulturell und historisch begründete Feststellung: Wir gehören zusammen. Eines haben jene, die mit der Abschaffung des Euro liebäugeln, nicht geschafft: zu erklären, wie das schmerzhaft erkämpfte, kluge Wir-Bekenntnis ein solches Misstrauensvotum überstehen sollte.

    Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung