Fotos von Aylan gehen um die Welt

Das Foto des kleinen Jungen geht derzeit um die Welt. Man sieht den kleinen 3 Jährigen am Strand angeschwemmt. Ein syrisches Kind liegt tot am Strand von Bodrum/Türkei, ertrunken auf der Flucht vor dem Krieg in seiner Heimat, gestorben auf dem Weg in Sicherheit. Viele verurteilen, dass Reporter diese Bilder machen und schreiben entsetzt auch auf Facebook folgendes: „Ich bin geschockt! Nicht von diesem kleinen Toten am Strand. Sondern von diesen Journalisten Fotografen die das leblose Kind im Wasser lassen um ihre Bilder und Kommentare zu machen? Raus aus den Wasser vielleicht hat es noch ne Chance gerettet zu werden! Nein da muss ich die große Story schreiben. So Schweine“…

Es geht um Menschen, entrechtet, verfolgt. Straft die Schuldigen! Es geht um Humanität und dieses Foto des kleinen Jungen soll etwas Bewegen. Es soll etwas verändern, vor allem in den Köpfen der Menschen.

Ein Beispiel:
„Das Foto eines jungen Mädchens, das nackt über die Straße läuft, die Haut von Napalm verbrannt, hat den Blick der Welt auf den Vietnam-Krieg verändert, tatsächlich sogar den Blick auf alle Kriege“, heißt es auf den Internet-Seiten der kanadischen Kim-Stiftung, die sich um junge Kriegsopfer kümmert. Verstörende Bilder wie das von Phan Thi Kim Phuc sorgten dafür, dass der Vietnam-Krieg, ein sogenannter Stellvertreterkrieg im Zusammenhang mit dem Kalten Krieg zwischen Ost und West, zunehmend verhasster wurde.

Es kam zu Massendemonstrationen. Schließlich wurde der innenpolitische Druck in den USA so stark, dass die Amerikaner ihre 1965 ins Land geschickten Truppen zurückholen mussten. Mit dem Pariser Abkommen vom 27. Januar 1973, das den Rückzug regelte, war das Schicksal des vom Westen unterstützten Südvietnam entschieden: Zwei Jahre später vereinten die nordvietnamesischen Truppen das Land mit Gewalt.

Phan Thi Kim Phuc wurde 1963 in der Ortschaft Trang Bang geboren, etwa 30 Auto-Minuten von der damaligen Hauptstadt Saigon entfernt. Sie erlitt am 8. Juni 1972 bei einem Napalm-Angriff südvietnamesischer Kampfflugzeuge schwere Verbrennungen. Die Kim-Stiftung berichtet, das Kind habe sich die brennende Kleidung vom Leib gerissen und sei mit anderen Vietnamesen in Panik aus der Ortschaft geflüchtet. Dabei wurde es von Nick Ut, einem vietnamesischen Reporter der US-Nachrichtenagentur Associated Press, fotografiert.

Das Bild ist, neben der Erschießung eines angeblichen Vietcong durch einen südvietnamesischen Polizeichef, das bekannteste Foto aus diesem Krieg. Nick Ut erhielt dafür den Pulitzer-Preis. Dass das Mädchen noch lebt, ist dem Reporter zu verdanken: Er fuhr es mit seinem Auto in ein Krankenhaus. „Ich habe geweint, als ich sie laufen sah“, sagte er später.

Das Kind rang tagelang mit dem Tod, weil die Haut zu 30 Prozent verbrannt war. Es folgten etliche Transplantationen; erst 1982 konnte Phan Thi Kim Phuc nach einer Behandlung in der Unfallklinik Ludwigshafen wieder gehen. Ihre Verletzungen missbrauchte das kommunistische Regime zu Propagandazwecken und führte die junge Frau jahrelang öffentlich als Kriegsopfer vor.

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