Kein Geld mehr an den Automaten

Ende März könnte es zum Ausfall der meisten Geldautomaten kommen. Der Grund: Viele Automaten laufen mit Windows XP. Allerdings will Microsoft die Wartung des Betriebssystems ab April 2014 einstellen. Weltweit gibt es rund 2,2 Millionen computergesteuerte Geldautomaten. 95 Prozent davon laufen mit dem 13 Jahre alten Betriebssystem Windows XP, das schon bald von der Bildfläche verschwinden soll. Den Banken droht deshalb ein Totalausfall ihrer Automaten, sofern sie bis dahin keine andere Lösung gefunden haben.

Dabei hätte das Problem leicht vermieden werden können. Bereits 2007 kündigte Microsoft an, das Betriebssystem ab April 2014 nicht mehr zu unterstützen. Da die Banken sich nicht früher um eine Alternative bemüht haben, müssen sie nun ordentlich blechen: Um einen Systemabsturz bei der Geldausgabe zu vermeiden, muss jedes Haus nun einen speziellen Wartungsvertrag mit Microsoft abschließen. Die britischen Großbanken kostet das umgerechnet etwa 70 Millionen Euro, schätzt Sridhar Athreya, Chef der Technologie-Beratung SunGard Consulting in London.

Der Geldautomaten-Hersteller NCR kündigte an, ein Drittel der Automaten rechtzeitig bis Anfang April auf jüngere Betriebssysteme wie Windows 7 umzustellen. Obwohl die Banken seit Jahren um das Problem wissen, haben noch nicht alle umgestellt. Die 19.000 Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken etwa werden von den genossenschaftlichen Rechenzentralen GAD und Fiducia betreut, von denen eine noch komplett mit XP arbeitet, berichtet der „Focus“.

Neben den Geldautomaten sind auch die Kontoauszugdrucker von der Umstellung betroffen. Die Stuttgarter Volksbank etwa möchte sich für die Umstellung aber noch bis 2017 Zeit lassen und zahlt deshalb lieber für eine verlängerte technische Unterstützung durch Microsoft.

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