Solaranlagen und das böse Erwachen

Das wird auch in Deutschland kommen: Jahrelang hat Spaniens Regierung die Installation von Photovoltaik-Anlagen gefördert. Mit einer Kapazität von 7.276 Gigawattstunden lag das Land 2010 weltweit nur hinter Solar-Weltmeister Deutschland und Italien. Doch angesichts der Wirtschaftskrise sucht die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy nach neuen Einnahmequellen, und eine davon sollen die Spanier sein, die in den vergangenen Jahren in erneuerbare Energien investiert haben.

Um zu verhindern, dass Solarpaneele heimlich installiert werden, droht Betreibern nicht angemeldeter Anlagen eine Geldstrafe zwischen sechs und dreißig Millionen Euro. Der Strafrahmen war ursprünglich für Unternehmen angelegt, soll aber auch für Privatpersonen gelten. Eine Verordnung, die noch im November beschlossen werden soll, wird Inspektoren des Industrie- und Energieministeriums erlauben, Privatwohnungen zu Kontrollzwecken ohne Durchsuchungsbefehl zu betreten.
Sechs Cent „Backup-Gebühr“

Weil die spanische Regierung den Energieerzeugern den Unterschied zwischen ihren Erzeugungskosten und den regulierten Preisen ersetzt, schuldet sie den Stromkonzernen mittlerweile 26 Milliarden Euro. Zumindest einen Teil davon soll die neu eingeführte „peaje de respaldo“ („Backup-Gebühr“) in Höhe von etwa sechs Cent pro Kilowattstunde einbringen.

Dieses Entgelt soll sicherstellen, dass Haushalte, die ihre eigene Energie produzieren, sich an den Kosten für Netzausbau und –erhaltung beteiligen, weil sie im Bedarfsfall ja auf Strom aus dem Netz zurückgreifen können.

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