Wie sich demokratische Regierungen von den Zockern des Kapitalmarktes auf der Nase herumtanzen lassen

„Es ist kurzfristig richtig, den Euro-Rettungsschirm entschlossen auszuweiten. Das würde das Chaos an den Finanzmärkten dämpfen und die Spekulanten einschüchtern. Diese Entscheidung muss aber jetzt fallen. Ein zäher Kompromiss über eine Ausweitung hingegen ist wertlos, weil das Hin und Her die klare ‚Wir stehen zusammen‘-Botschaft an die Spekulanten zunichtemacht“, erklärt Axel Troost, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, zum Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Troost weiter:

„Wenn die EU-Finanzminister das endlich eingesehen haben, sollten sie ohne weiteres Herumeiern die Einführung von Euro-Anleihen bekanntgeben – und zwar von Euro-Anleihen, die nicht wie von Jean-Claude Juncker vorgeschlagen auf 60 Prozent der BIP begrenzt sind.

Ob größerer Schirm oder nicht – es ist unerträglich und beschämend mit ansehen zu müssen, wie sich demokratische Regierungen von den Zockern des Kapitalmarktes auf der Nase herumtanzen lassen.

Die EU-Finanzminister gerieren sich wie Geiseln, die ihre Kidnapper anflehen, sie ungeschoren davon kommen zu lassen. Das ist Verrat an der Mehrheit der Menschen in Europa, denn die Regierungen haben sich mit der Entfesselung der Finanzmärkte freiwillig in die Gewalt der Kidnapper begeben. Die Menschen in Europa haben ein Recht darauf, in geordneten Verhältnissen unter dem Primat politischer Entscheidungen zu leben, statt tagtäglich der Willkür von Finanzanlegern ausgesetzt zu sein. Es ist die Verantwortung von Politikern, den Spekulanten die Waffen aus der Hand zu schlagen. Euro-Anleihen wären ein erster kleiner Schritt in diese Richtung.“

  • sonnyboy

    Zahlen werden wir

    Wie schwarz müssen EU-Kommissionspräsident Barroso und EZB-Chef
    Trichet die finanzielle Zukunft einiger Staaten der Gemeinschaft
    sehen? Was befürchten die alten Polit-Hasen noch an Hiobsbotschaften
    zur Finanzlage?

    Der Rettungsfonds der Euro-Staaten zur Unterstützung leerer
    Staatskassen ist bisher noch nicht einmal zu zehn Prozent in Anspruch
    genommen worden. Schon soll er um Hunderte von Milliarden Euro
    aufgestockt werden, damit die Eurokraten in Brüssel wieder ruhiger
    schlafen können. Die Forderungen der Verantwortlichen in der
    EU-Hauptstadt werden immer nachdrücklicher.

    Bundesfinanzminister Schäuble bleibt gelassen, will als Vertreter
    eines der gesündesten EU-Staaten nicht noch mehr Garantien eingehen.
    Er hat seine angespannte Haushaltslage in Berlin im Hinterkopf. Für
    ihn und Kanzlerin Merkel gibt es genug Sicherheit im europäischen
    Finanzverbund. Schützenhilfe bekommen die beiden von Schäubles Wiener
    Kollegen Pröll. Dessen Heimatland Österreich ist genau wie
    Deutschland, Frankreich, Finnland und die Niederlande in der höchsten
    Bonitätsstufe gelistet – und muss damit die vermeintlich größten
    Risiken eingehen. Egal, wie die Gespräche über den Rettungsschirm in
    den nächsten Tagen ausgehen: Zahlen müssen am Ende wir alle.

    Originaltext aus der Neue Osnabrücker Zeitung – was auch meine Meinung wiederspiegelt

  • Sanderer

    Die Kanzlerin hat nach der Lehman-Pleite
    formuliert: „Vertrauen ist die Währung, mit der bezahlt wird.“
    Stimmt. Eine Währung, der die Bürger misstrauen, ist wertlos. Umso
    erschreckender ist es, dass die Politik beim Euro immer wieder
    schummelt. Erst nahm die Staatengemeinschaft wissentlich das für die
    Währungsunion ungeeignete Griechenland auf. Dann ließ sie sich von
    Athen mit Statistik-Fälschungen täuschen. Und nicht mal jetzt, in der
    Krise, gibt es klare Worte. Die Mechanik des Rettungsschirms mache
    Nachbesserungen nötig, die Kreditvergabe-Kapazität müsse erhöht
    werden, orakelt Finanzminister Schäuble. Er flüchtet sich in eine
    ähnlich verharmlosende Sprache wie Generäle, die von
    Kollateral-Schäden eines Krieges sprechen und tote Zivilisten meinen.
    Auch hinter Schäubles technischen Worten verbirgt sich eine harte
    Wahrheit: Starke Länder, allen voran Deutschland, werden für weitere
    Milliarden-Kredite der Pleite-Länder einstehen. Anstatt Bürger mit
    dem Sprachnebel der Bürokratie zu verwirren, sollte Schäuble besser
    erklären, was auf dem Spiel steht. Der Milliarden-schwere
    Rettungsschirm und eine staatliche Insolvenzordnung sind nötig, um
    den Euro zu retten, von dem Deutschland wie kein anders Land
    profitiert.

  • yvonne

    Sorry,aber dieser Rettungsschirm könnte uns alle „killen“ !!

    Es muss und nicht sollte,abgeklärt werden,wer daraus Hilfe erhält. Es kann nicht angehen,das die Länder die gut wirtschaften,für die Flaschen die misswirtschaften (auch oft,in die eigene Tasche rein) immer die offenen Rechnungen bezahlen sollten. Das „muss“ geregelt werden !

  • yvonne

    Und angeblich,sind die Gläubigerinteressenten doch immer die Banken?? Wenn ne Bank nicht wirtschaften kann,sollte auch eine Bank mal in Konkurs gehen können ! Ich finde das gegenüber der restlichen Wirtschaft ohne hin unfair !

  • yvonne

    Der Steuerzahler,der dann einspringen muss,hat nicht mal die Wahl ! Betriebe wie Banken oder Versicherungen,sollten auch Pleite gehn können,warum soll immer der Steuerzahler herahalten,wenn die Herrn im Nadelstreif nicht rechnen konnten???! Aber da auch bekannt ist,das es vorsätzlich herbeigeführte Pleiten gibt,sollte der Rettungsschirm,für Misswirtschaften egal aus welchem Grund,einfach nicht angewendet werden ! Das muss eingeführt werden,DANN sehe ich mir mal an,wieviele Betriebe noch absichtlich in die Pleite geführt werden !

  • nordkrieger

    Bravo-, liebe Vorkommentatorin Yvonne-,
    Deine Sicht der Lage kann ich nur unterstreichen……………………….!
    So sollte es gehandhabt werden-,
    Gruss

  • yvonne

    Danke lieber nordkrieger 🙂
    Schön langsam werd ich so ner Partei beitreten,dass wärs??…mmh* lol*
    Ne,besser nicht ! Das würde schlimmer enden,wie jetzt in Ägypten. Aber was mir jetzt an dieser Situation dort gefällt,ist doch das die Aussenpolitik des Westens im Nahen Osten völlig gescheitert ist ! Und die Menschen in den arabischen Ländern wissen ganz genau, wem sie die jahrzehntelange Unterdrückung durch Diktatoren zu verdanken haben und auch warum.

    Die Politiker des Westens sind als doppelzüngige Heuchler entlarvt worden.

  • yvonne

    Korruptika lässt grüßen !

    Ein Netzwerk korrupter Beamter verschachert Gesetzesänderungen gegen Bares. Mit welcher Leichtigkeit MEP Strasser vorgeht zeigt wie tief der Sumpf sein dürfte. Er spricht auch davon ein Netzwerk innerhalb des Parlaments zu haben,mehr dazu auf Video unter: