BP hat wegen der Unruhen in Libyen Geschäfte vor Ort eingestellt

Betroffen sind die Vorbereitungsarbeiten für die Gas- und Ölproduktion im Westen des Landes, sagte ein Firmensprecher am Montag. Bislang produziert BP in dem nordafrikanischen Land noch kein Öl oder Gas, bereitet sich aber auf eine Förderung in mehreren Jahren vor. Die Gefahren in den Nordafrikanischen Ländern gerade in Libyen erreichen eine neue Stufe. Es kommen wenige Nachrichten nach aussen. Reuters meldet aber heute am Montag, dass in der Hauptstadt Tripolis steht ein zentrales Regierungsgebäude in Flammen. Sämtliche Küstenstädte im Osten des Landes scheinen der Kontrolle des Regimes entglitten; es setzt inzwischen auch Hundertschaften rasch eingeflogener Söldner aus frankophonen afrikanischen Staaten gegen die eigene Bevölkerung einsetzt. Im Internet tauchten erste Videos von afrikanischen Uniformierten auf, die in den Kämpfen getötet oder gelyncht worden sind. Nach offiziellen Angaben aus Tripolis hätten „islamische Extremisten“ auch Soldaten und Zivilisten als Geiseln genommen. Diese drohten, ihre Opfer zu erschießen, wenn die Armee das Feuer nicht einstellt.

Informationen aus Libyen sind schwierig zu beschaffen. Seit Samstagnacht ist das Internet abgeschaltet, die Handynetze funktionieren nur sporadisch. Den staatlichen Internet-Monopolisten Libya Telecom and Technology kontrolliert Gaddafis ältester Sohn Mohammed. Ausländische Journalisten mussten das Land verlassen, einheimische Presse darf nicht nach Bengasi reisen. In Tripolis wurden Menschen, die ausländischen Medien Informationen gegeben hatten, von der Staatssicherheit verhaftet und ihre Wohnungen zertrümmert.

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