Milliardäre spenden die Hälfte ihres Vermögens

Wenn Milliardäre Milliarden spenden, ist das ein feiner Zug. Software-Unternehmer Bill Gates, Investor Warren Buffet, Banker David Rockefeller und andere Steinreiche der USA haben angekündigt, mindestens die Hälfte ihres Privatvermögens für gute Zwecke zu spenden. Sie würden damit der Gesellschaft einen Teil des Geldes zurückgeben,  das sie mit Hilfe des Staates und vieler anderer Menschen erwirtschaftet haben. Besser allerdings wäre es, wenn die horrenden Vermögen, die mittels Spenden teilweise umverteilt werden, gar nicht erst entstünden. Denn womit verdienen Leute wie Gates, Buffet und Rockefeller ihr Geld? Gates‘ Firma Microsoft beispielsweise lässt auch in China produzieren, wo sich die Löhne der Arbeiter an den niedrigen staatlichen Mindestlöhnen orientieren.

Investor Buffet verdient unter anderem Geld mit der Ölpest, die der Konzern BP im Golf von Mexiko verursacht hat. Eine Firma, an der Buffet beteiligt ist, liefert die umstrittene Chemikalie, die das ausgelaufene Öl unter die Meeresoberfläche drückt. Manager und Vorstände setzen den Gewinn ihrer Unternehmen absolut. Sie ordnen ihm alles andere unter. Vor diesem Hintergrund ist es an der Zeit, dass sich die Bürger und die Zivilgesellschaft kritisch mit der Kategorie des Gewinns auseinandersetzen. Bisher ist der Profit sakrosankt. Das aber dürfen wir den Managern nicht länger durchgehen lassen.

Es gibt schlechte Gewinne, die auf Kosten der Allgemeinheit erwirtschaftet wurden, und gute Gewinne, die sich im Rahmen halten. Drogerie-Unternehmer Dirk Roßmann sagt, dass er mit drei Prozent Rendite im Verhältnis zum Umsatz völlig zufrieden sei. Rossmann ist ein erfolgreiches Unternehmen, es expandiert, ist konkurrenzfähig undbezahlt seinen Beschäftigten anständige Löhne. Das zeigt: Es ist nicht notwendig, mit Supergewinnen auf Platz eins der Branchen-Hitliste zu stehen. Wenn der Energiekonzern Eon 2009 eine Umsatzrendite von 10,3 Prozent hat, Hennes & Mauritz von 16,2 Prozent, das Pharma-Unternehmen Sanofi-Aventis von 18 Prozent und Apple von fast 20 Prozent, dann sollten wir misstrauisch werden. Diese Gewinne sind zu hoch. Derartige Margen sind nur möglich, weil die Firmen ihren Arbeitern einen fairen Anteil an der Wertschöpfung vorenthalten, ihren Lieferanten zu wenig bezahlen, mit der Umwelt zu sorglos umgehen oder den Verbrauchern zu viel Geld für ihre Produkte abknöpfen. All das bedeutet: Sie leben auf Kosten ihrer Umgebung, also auch auf unsere Kosten. Wir Bürger sollten die Legitimität zu
hoher Profite in Frage stellen.

 Außerdem müssen wir von den Unternehmen verlangen, einen Teil der hohen Gewinne an die Gesellschaft zurückzugeben. Wir können die Vorstände nerven – mitKampagnen, Aktionen und jeder einzelnen Konsumentscheidung. Eine Variante, das große Geld zu resozialisieren, sind freiwillige Spenden. Das sicherste Mittel aber, um das große Geld vernünftigen Aufgaben zuzuführen, wären höhere Steuern auf Kapital, am besten auf
internationaler Ebene.

Originaltext: Neue Westfälische (Bielefeld)

  • „Millionäre zur Kasse – mehr Spenden, mehr
    Steuern, mehr Gerechtigkeit?“ lautet das Thema bei ANNE WILL am Sonntag, 15. August 2010, um 21.45 Uhr im Ersten.

    Bill Gates, Warren Buffett und weitere US-Milliardäre wollen Gutes tun und die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke spenden. Das
    klingt erstmal gut in Zeiten klammer Staatskassen. Wäre es auch ein Modell für Deutschland? Würden mehr spendier- und stiftungsfreudige Reiche unsere Haushaltsprobleme lösen und zu mehr Gerechtigkeit im Land führen? Oder wären höhere Steuern für alle Vermögenden
    solidarischer? Und warum ist Wohltätertum eigentlich steuerlich absetzbar?

    Hierzu werden am 15. August bei Anne Will zu Gast sein: Arend
    Oetker, Unternehmer, Präsident des Stifterverbandes für die deutsche
    Wissenschaft Ernst Prost, Unternehmer Diether Dehm (Die Linke), MdB,
    Unternehmer Heather De Lisle, US-Journalistin Klaus Kocks,
    Kommunikationsberater

    ANNE WILL – politisch denken, persönlich fragen Sonntags um 21.45
    Uhr im Ersten

    Originaltext: ARD Das Erste

  • yvonne

    admin
    Und warum ist Wohltätertum eigentlich steuerlich absetzbar?..Das kann ich Dir gleich beantworten: Zum 1. kommen die Wohltäter damit mal an die Öffentlichkeit (wenn schon,denn schon). Und 2.bekommen sie noch ne Art Bonus,dafür das sie das machten. Und den sogar offiziell anerkannt,was gibts besseres als positiv,im Rampenlicht zu stehen??

  • yvonne

    Zusatz: somit haben sie Tür und Tor für zukünftige (auch unsaubere Geschäfte) für sich geöffnet. Würde ja niemand glauben,dass gerade „diese“ Leute,dann unsauber areiten könnten. Gute Tarnung.

  • nordkrieger

    @admin + alltopic-prokura-yvonne :

    wenn sie keine unsauberen dinge getan hätten (steuerbetrug, leute rausschmeissen bei feindlichen firmenübernahmen,….., hätten sie ev. ihren mitarbeitern auskömmlicheren lohn bezahlt damit die besser davon daheim einkaufen können !!!)

    das kommt natürlich nicht so toll in den medien-,
    ist aber wirkungsvoll für die binnenumsätze/gewinne! sowie sicherung von arbeitsplätzen …………..

  • yvonne

    denen interessiert doch keine sicherung der arbeitsplätze nordkrieger,für die zählt doch nur „umsatz“ sonst nichts.

  • yvonne

    das schöne daran,wenn sie mal gehen,können sie nix mitnehmen,der gedanke daran muss ja unerträglich für jene sein (ich bedauere sie,sobald ich zeit dazu finde…*fg*)

  • yvonne

    welcher von den großen unternehmern denk an die mitarbeiter??..fast keiner,die mittelständler schon eher. ich habs auch immer so gehandhabt,lieber wenigere kunden,dafür hohe qualität und die kannst auch nur erreichen,wenn du dich täglich um deine mitarbeiter/(in meinem fall)innen bemühst.

  • yvonne

    dann allerdings wirst du nie millardär,möchte ich auch gar nicht sein und hatte ich niemals im sinne,dazu arbeite ich zu gern mit dem „material“ mensch,es ist vü spannender und ausgesprochen vielseitig 😉

  • Geld wird ungesetzlich, dies hat Nostradamus für dieses Jahrhundert
    vorhergesagt. Es macht daher Sinn einmal darüber
    nachzudenken warum die reichsten Männer in den USA darüber nachdenken ihr Vermögen zu halbieren.

    Ohne Zweifel liegen ihnen Expertisen von Denkfabriken
    vor, die alle Probleme eines unkontrollierbaren Bargeldumlaufs aufgezeigt haben.

    In einigen sehr kleinen Staaten wird bereits mit einem neuen System
    experimentiert. Beispielsweise die Rechnungsstellung. Heute schreibt ein
    Handwerker eine Rechnung, verbucht die Rechnung wenn sie bezahlt wurde und verarbeitet sie in seiner Buchhaltung für die Gewinn- und Verlustrechnung usw.Der Übergang wird jedoch für viele schmerzhaft werden, auch für die Herren wie Buffet oder Gates.

  • yvonne

    und das sollte bei einkäufe,urlaube dann auch so funktionieren ??

  • Meine Meinung: Kein Mensch kann mit ehrlicher Arbeit Milliarden verdienen, ohne dass anderen Geld unrechtmäßig genommen wird.

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