Welche Folgen hat der Aufruhr in Nordafrika?

Was hat das alles für Folgen für die Welt und besonders auch für uns in Europa? Gestern gegen 16 Uhr war an der New Yorker Börse das Gerücht aufgetaucht, dass Gaddafi ermordet worden wäre und schon ist der Goldpreis samt dem Ölpreis heftig nach unten gegangen. Als diese Meldung dementiert wurde, stieg der Preis wieder. 

Vor nicht einmal 24 Stunden wurden auf den Seiten vom Kopp Verlag vor einem explosionsartigen Anstieg der Benzin-, Diesel- und Heizölpreise gewarnt. Seither ist der Rohölpreis schon wieder um fast zehn Prozent gestiegen. Nach Angaben von Fachleuten bricht an den Ölmärkten gerade Panik aus. Und erste Analysten prognostizieren jetzt neben Engpässen auf den Rohölmärkten und Lieferproblemen sogar mögliche Öl-Rationierungen.

Die Welt im Wandel, Diktatoren am Ende – welche Folgen hat der Aufruhr in Nordafrika? Kampfjets gegen Demonstranten, blutige Gewalt auf den Straßen, Chaos an den Grenzen – Libyens Machthaber Gaddafi kämpft mit allen Mitteln gegen das eigene Volk. Nach Tunesien und Ägypten wankt das nächste Regime in Nordafrika. Welche Folgen haben die dramatischen Umwälzungen für die Weltpolitik? Wie realistisch sind die Hoffnungen auf demokratische Strukturen?

Über diese Fragen diskutieren bei „Beckmann“ am 28.2. um 23:45 Uhr:

Peter Scholl-Latour und Ulrich Kienzle (Reporter-Legenden und
Nahost-Experten)
Sie zählen zu den aufmerksamsten Beobachtern des Weltgeschehens. Als
Auslandskorrespondenten sind Peter Scholl-Latour und Ulrich Kienzle
Despoten wie Muammar al-Gaddafi, Hosni Mubarak und Saddam Hussein
mehrfach persönlich begegnet. Bei „Beckmann“ berichten beide über die
Machtstrukturen in Tyranneien, die Denkweise von Diktatoren – und sie
beurteilen die aktuelle Lage in Nordafrika.

Gabriele Riedle (Journalistin)
Seit Januar 2011 hielt sie sich als einzige westliche Reporterin in
Libyen auf. Gabriele Riedle bereiste das Land und erlebte den Beginn
der Unruhen hautnah mit. Erst vor wenigen Tagen kehrte sie nach
Deutschland zurück. Bei „Beckmann“ berichtet Gabriele Riedle über das
von Einschüchterungen geprägte Alltagsleben der Libyer und die
tatsächlichen Motive der Regimegegner.

Monika Lüke (Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland)
Viele Menschen wollen die Unruheländer in Nordafrika verlassen,
Amnesty International rechnet mit einer neuen großen Flüchtlingswelle
und fürchtet eine humanitäre Katastrophe. Monika Lüke,
Deutschland-Chefin der Menschenrechtsorganisation, fordert von der
Bundesregierung ein schnelles Handeln.

Redaktion: Tim Gruhl

Originaltext: ARD Das Erste