Sie haben eine überzeugte Jungkommunistin zur Kanzlerin gewählt. Ist Ihnen das überhaupt klar?

Sehr interessant war gestern am 1.6.09 die Runde bei Anne Will. Nicht aber wegen Anne Will.Oft sind die Themen und Leute nicht so gut, aber diese Sendung war sehenswert.

Lafontaine sagte zum bayerischen Ministerpräsidenten Günter Beckstein (CSU): „Und noch etwas – ich will Sie einmal aufklären: Sie haben eine überzeugte Jungkommunistin zur Kanzlerin gewählt. Ist Ihnen das überhaupt klar? Denn Frau Merkel war FDJ-Funktionärin für Propaganda und Agitation.“

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion in Berlin, Friedbert Pflüger hat jetzt als Konsequenz inzwischen den Rauswurf von Anne Will gefordert. Er sagte: „Die Sendung zeichnet sich immer mehr durch Un- und Halbwahrheiten und bewusste Verzerrung von Sachverhalten aus.“
Pikante Fragen werden auch in einem Artikel des Schweizmagazins aufgeworfen. Es geht hier um ein Foto, welches angeblich die junge Angela Merkel zeigt. Das Bild entstand um 1980 und zeigt eine Frau, die sich dem Grundstück der Familie Havemann in Grünheide bei Berlin nähert. Havemann erhielt 1965 ein Berufsverbot und wurde 1966 aus der Akademie der Wissenschaften der DDR ausgeschlossen, der auch Angela Merkel angehörte. 1976 protestierte Havemann gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Darauf wurde unbefristeter Hausarrest gegen Havemann erlassen. Havemanns Haus wurde in Folge rund um die Uhr von der Staatssicherheiti überwacht.

WDR Redakteure, die am Dokumentarfilm ” Im Auge der Macht – Die Bilder der Stasi” arbeiten stiessen auf das Foto, so das Nachrichtenmagazin. Angela Merkel untersagte später die Ausstrahlung des Fotos in dem Film.

Das Schweizmagazin schreibt weiter : „Jugendliche im Alter von Angela Merkel haben für die Stasi Observation am Grundstück rund um die Uhr übernommen. Zeitweise wurden bis zu 200 Agenten der Staatssicherheit auf das Grundstück angesetzt, Ausser Hausarrest hatte Havemann seit 1976 mit einem gekappten Telefonanschluss zu leben. Die Überwachung kostete insgesamt 740 000 DDR Mark.“

Lafontaine sprach in seinem Beitrag bei Anne Will auch die zahlreichen NSDAP Mitglieder an, die als Mitglieder der CDU/CSU im den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik unglaubliche Karrieren machten.

Zum Beispiel wurde Hans Globke unter Bundeskanzler Konrad Adenauer Ministerialdirigent im Bundeskanzleramt und stieg 1953 zum Staatssekretär im Kanzleramt auf. Er war Mitglied des engsten Führungszirkels um Adenauer und dessen engster Vertrauter. Im Schatten des Bundeskanzlers zog Globke im Hintergrund die Fäden.

Vom ersten bis zum letzten Tage der Nazi-Herrschaft war Dr. Hans-Maria Globke Beamter des Reichsinnenministeriums. In dieser Eigenschaft verfaßte er eine große Anzahl von Gesetzen und Verordnungen, die zur Errichtung der Nazidiktatur führten, die die Achtung und Aussonderung der jüdischen Bürger beinhalteten, und solche, die die „Germanisierung“ oder Ausrottung der unterjochten Bevölkerung bezweckten.

Am 24. März 1933 beschloß der Reichstag das Ermächtigungsgesetz, das der Hitlerregierung unbeschränkte Diktaturvollmachten einräumte. In Ergänzung dazu bereitete das Preußische Innenministerium das ‚Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Land‘ vor. Verfasser dieses Diktaturgesetzes war Regierungsrat Globke. Aus seiner Feder stammten außerdem das Gesetz über die Auflösung des preußischen Staatsrates vom 10. Juli 1933 und das preußische Provinzialratsgesetz vom 17. Juni 1933, die alle parlamentarischen Körperschaften Preußens gleichschalteten.

Als zuständiger Mitarbeiter im Reichsinnenministerium hat Globke fast das gesamte Gesetzes- und Verordnungswerk für die Verfolgung der Juden mitverfaßt

Er gehörte zu den Mitverfassern der Nürnberger Rassengesetze, die im Eichmann Prozeß als die „Grundgesetze für die Endlösung der Judenfrage“ bezeichnet wurden.

Er war derjenige, der die zwangsweise Kenntlichmachung der Juden mit den zusätzlichen Vornamen „Sara“ und „Israel“ erdachte und durch Gesetz einführte.

Im Juli 1940 beauftragte der Innenminister Frick seinen damaligen Referenten für die besetzten Westgebiete, Dr. Globke, Bedingungen für einen Diktatfrieden für Frankreich auszuarbeiten. Darin forderte Globke unter anderm den Raub weiterer französischer Gebiete, die Deportation aller Juden und Zigeuner in die Vernichtungslager.

Globke war an der Ausarbeitung der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25. November 1941 beteiligt. Diese Verordnung schuf die gesetzliche Grundlage für die rücksichtslose Verfolgung und Vernichtung aller jüdischen Menschen.

Innerhalb des Reichsinnenministeriums arbeitete Globke das nazistische Staatsangehörigkeitsrecht aus, das den Okkupationsbehörden die Richtlinien für die „Germanisierung“ oder Ausrottung ganzer Volksgruppen lieferte. Er veranlaßte, daß die Masse der Bürger der okkupierten Staaten zu „Schutzangehörigen“ oder „Protektoratsangehörigen“ degradiert wurde. Für Polen erfolgte dies durch die von Globke ausgearbeitete „Verordnung über die Deutsche Volksliste und die deutsche Staatsangehörigkeit in den eingegliederten Ostgebieten“. Ähnliche Gesetze erarbeitete Globke für die Tschechoslowakei, Litauen, Frankreich, Belgien, Luxemburg und Jugoslawien.

Für seine Verdienste um die Durchsetzung der Ziele des Nazi-Staates wurde Globke mehrfach befördert und erhielt hohe Orden und Auszeichnungen. Lesen Sie hier mehr: 911video