Der Datenwahn der EU

Warum macht es uns Europa oft so schwer, Europa zu mögen? Warum lassen zentralistisch gesinnte Bürokraten so gut wie keine Gelegenheit aus, Steine auf den Weg zu einer breit akzeptierten Staatengemeinschaft zu legen?

DE90998445219368778354 43261253736 – so sollen (falls alles
richtig gezählt) unsere Bankverbindungsdaten künftig aussehen. Nicht wahr, das macht das Ausfüllen von Überweisungen besonders für ältere, sehschwächere Menschen zum reinen Vergnügen!

Es stimmt ja tatsächlich: Beim grenzüberschreitenden
Zahlungsverkehr liegt noch immer manches im Argen: zu hohe Gebühren.
Und eben die oft zu lange Bearbeitungsdauer durch die Geldinstitute.
Doch das rechtfertigt den eurokratischen Datenwahn nicht.

Deshalb stellen sich hier zwei grundsätzliche Fragen. Erstens:
Warum soll Abermillionen Bankkunden ein Prinzip aufgezwungen werden,
das nur die Minderheit der Auslandsüberweiser braucht? Zweitens:
Warum nutzen die Banken nicht Datensysteme, welche die bisherigen
Kontozahlen automatisch umrechnen, wenn denn eine Umstellung so
dringend notwendig ist?

Merke: Europäischer Fortschritt muss keineswegs immer ärgerlich
sein. Er darf sich durchaus auch einmal als Erleichterung für das
Alltagsleben erweisen.

Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung